S-Bahn München: Personen im Gleis - Stammstrecke dicht

S-Bahn München: Personen im Gleis - Stammstrecke dicht

Zerstrittene Partei

Piraten planen Mitgliederbefragung per Post

Berlin - Die Piraten wollten Basisdemokratie mit Online-Tools zum Leben erwecken. Jetzt setzt der neue Vorstand der ständig zerstrittenen Partei für eine Mitgliederbefragung auf die gute alte Post.

Der neue Vorstand der Piratenpartei will alle Mitglieder befragen und setzt dabei auf traditionelle Mittel. Die 28.000 Parteimitglieder sollen per Post über die Ausrichtung der Piraten abstimmen, sagte der Parteivorsitzende Stefan Körner im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Es gebe keine Software, mit der eine verbindliche Mitgliederbefragung online abgewickelt werden könne. Außerdem seien solche IT-Systeme anfällig für Manipulationen. „Deswegen werden wir den ersten Basisentscheid jetzt wohl ganz konventionell, ganz herkömmlich auf Papier durchführen“, sagte Körner.

Dabei soll über 20 Anträge abgestimmt werden. Welche das sein werden, stehe noch nicht fest. Nach Körners Ansicht bietet der Basisentscheid die Gelegenheit für die notorisch zerstrittene Partei, sich ihrer gemeinsamen Ziele zu vergewissern. Mehrere Vorstände hatten angesichts schlechter Wahlergebnisse, hohen Arbeitsdrucks und ständiger Streitereien das Handtuch geworfen. Körner war Ende Juni zum neuen Parteivorsitzenden gewählt worden.

Seitdem wurde im Berliner Landesverband laut über eine Abspaltung von der Bundespartei nachgedacht. „Das ist schade, denn es hilft uns null“, sagte Körner. Weder die Parteisatzung noch das Parteiengesetz ließen eine solche Abspaltung zu. „Das ist eine sinnfreie Diskussion.“

Zumindest innerhalb des Vorstands hofft er auf weniger der zermürbenden öffentlich ausgetragenen Debatten. Denn trotz Streit und Umfragetief glaubt Körner, dass sich die Partei aufrappeln kann: „Die Piraten sind nach wie vor wichtig.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Simbabwes Militärführung verhandelt erneut mit Mugabe
Harare (dpa) - Die Führung der Putschisten in Simbabwe will Präsident Robert Mugabe (93) in neuen Verhandlungen zur Aufgabe seines Amtes drängen.
Simbabwes Militärführung verhandelt erneut mit Mugabe
Nahles wütend: Merkel verhinderte Reise zu EU-Sozialgipfel
Berlin (dpa) - Gerade hat Angela Merkel alle Hände voll zu tun, mit FDP und Grünen eine mögliche Jamaika-Koalition zu schmieden, da bekommt sie Ärger mit Noch-Partner …
Nahles wütend: Merkel verhinderte Reise zu EU-Sozialgipfel
Jamaika-Parteien wollen Sondierungen abschließen
Eigentlich sollte der Sack schon in der Nacht zum Freitag zugemacht werden. Das misslang bekanntlich. Jetzt haben sich die Jamaika-Sondierer eine Frist bis Sonntagabend …
Jamaika-Parteien wollen Sondierungen abschließen
Vergewaltigung bei der Bundeswehr: Zahl der gemeldeten Fälle stark gestiegen
Das Bundesverteidigungsministerium hat der „Bild am Sonntag“ schockierende Zahlen offengelegt: Demnach ist die Zahl der gemeldeten sexuellen Übergriffe bei der …
Vergewaltigung bei der Bundeswehr: Zahl der gemeldeten Fälle stark gestiegen

Kommentare