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Polen bekräftigt geplante MiG-29-Lieferung an die Ukraine

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Ein MiG-29-Kampfjet der polnischen Luftwaffe fliegt bei einer Luftfahrt-Schau
Ein MiG-29-Kampfjet der polnischen Luftwaffe fliegt bei einer Luftfahrt-Schau © Michael Walczak / dpa

Polens Präsident Andrej Duda hat den Vorstoß seines Landes verteidigt, Kampfjets über einen US-Stützpunkt in Deutschland an die Ukraine zu liefern.

Warschau -  Sein Land müsse ein verantwortungsbewusstes Nato-Mitglied sein, sagte Duda am Donnerstag in Warschau nach einem Treffen mit US-Vizepräsidentin Kamala Harris. Polen habe einerseits die kämpfende Ukraine unterstützen wollen, die «deutliche und starke Erwartungen» an die Nachbarn formuliert habe. Andererseits habe man als glaubwürdiges Mitglied der Nato «das Bündnis auf keine Weise in eine schwierige Situation» bringen wollen.

So sei die Erklärung des polnischen Außenministeriums zustande gekommen, in der die Regierung in Warschau am Dienstag angeboten hatte, die MiG-29-Kampfjets mit einem Zwischenstopp auf dem US-Stützpunkt Ramstein in Deutschland der Ukraine zu überlassen. «Wir wollen aber, dass die Entscheidung von der Nato gemeinschaftlich getroffen wird, damit Polen ein verlässliches Nato-Mitglied ist, und nicht ein Land, das selbstständig in wichtigen Angelegenheiten entscheidet, die die Sicherheit des Bündnisses insgesamt betreffen», sagte Duda.

Die US-Regierung hatte mit Überraschung und großer Skepsis auf den Vorstoß Polens reagiert und diesen umgehend abgelehnt. Russland könne einen solchen Schritt als Eskalation verstehen, und die USA und die Nato könnten so direkt in den Krieg verwickelt werden. Der Vorschlag sei auch nicht abgesprochen gewesen.

Bei ihrem Auftritt mit Duda wich Harris der Frage aus, welche konkreten Alternativen es zu dem polnischen Vorschlag gebe, um der Ukraine doch Unterstützung bei der Luftabwehr zu geben. Die US-Vizepräsidentin sagte ganz allgemein: «Die Vereinigten Staaten und Polen sind geschlossen in dem, was wir getan haben und bereit sind zu tun, um der Ukraine und den Menschen in der Ukraine zu helfen. Punkt.» Die USA hätten bereits in großem Umfang humanitäre Hilfe, militärische Ausrüstung und Sicherheitsunterstützung für die Ukraine geliefert und das gehe weiter. Harris verwies unter anderem auf Pläne im US-Kongress, weitere Mittel im Umfang von 13,6 Milliarden Dollar für die Ukraine bereitzustellen. (dpa)

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