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Siebter Jahrestag der Flugzeugkatastrophe von Smolensk

Sieben Jahre danach

Polen erinnert an Opfer des Flugzeugabsturzes von Smolensk

Warschau - Vor sieben Jahren stürzte der polnische Regierungsflieger mit Präsident Lech Kaczynski an Bord in Russland in den Tod. Mit großen Gedenkfeierlichkeiten erinnert Polen an die 96 Opfer der Katastrophe. Die Bewertung des Absturzes spaltet das Land noch immer.

Mit zahlreichen Gedenkveranstaltungen hat Polen am Montag an die Opfer der Flugzeugkatastrophe im russischen Smolensk vor sieben Jahren erinnert. Beim Absturz des Regierungsfliegers am 10. April 2010 starben alle 96 Passagiere, darunter der damalige Präsident Lech Kaczynski, Zwillingsbruder des Chefs der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS), Jaroslaw Kaczynski.

Gedenkappell vor dem Präsidentenpalast

Am Morgen versammelten sich hochrangige Regierungsmitglieder und Bürger zu einem Gedenkappell vor dem Warschauer Präsidentenpalast, bei dem die Namen aller Opfer verlesen wurden. Kaczynski und Ministerpräsidentin Beata Szydlo legten vor einem Bild des verunglückten Präsidenten und seiner Frau einen Blumenkranz nieder.

Präsident Andrzej Duda besuchte das Grab des Präsidentenpaares in der Wawel-Burg in Krakau. „Das war nicht irgendein Unfall, es war eine Katastrophe, bei der Polens Elite der politischen Welt und des öffentlichen Lebens starb“, sagt er. Die Präsidentenmaschine war auf dem Weg zu einer Gedenkveranstaltung in Russland beim Landeanflug im Nebel abgestürzt. Viele PiS-Anhänger sind überzeugt, der Absturz sei ein Anschlag gewesen. Seit ihrer Machtübernahme lassen die Nationalkonservativen die möglichen Unglücksursachen neu untersuchen.

Kurz vor dem Jahrestag hatten polnische Behörden ihre Vorwürfe gegenüber den russischen Lotsen in Smolensk verschärft. Es hieß, die Katastrophe könne mit Absicht herbeigeführt worden sein. Beweise gab es dafür zunächst nicht. Auch frühere Ermittler hatten eine mögliche Mitschuld der Lotsen untersucht. Ihrem Bericht zufolge führten aber menschliches Versagen und technische Mängel zum Unglück.

Regierungskritiker werfen der PiS vor, den Absturz für politische Zwecke zu instrumentalisieren. Die Nationalkonservativen hätten die Katastrophe als politisches Werkzeug in ihrer Wahlkampagne genutzt und führten ihre Politik nun auf den Gräbern der Opfer fort, kritisierte Chef der Oppositionspartei Bürgerplattform (PO) Grzegorz Schetyna. Die polnische Bevölkerung ist über die Bewertung der Katastrophe tief gespalten.

dpa

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