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Rund 800 Menschen gingen am vergangenen Samstag in Bialystok für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen auf die Straße.

LGBT-Gemeinde

Gewalt eskaliert: Hooligans bewerfen Gay-Pride-Parade mit Steinen - „grauenhaft und todernst“

Mit bunten Ballons ziehen hunderte Polen bei der Gay-Pride-Parade durch Bialystok - bis plötzlich rechte Gegendemonstranten Steine auf die LGBT-Community werfen.

Bialystok - Es hätte ein ganz besonderer Tag für die Stadt im Nordosten Polens werden sollen: Die erste Gay-Pride-Parade in Bialystok. Doch rechte Gegendemonstranten attackieren den friedlichen Marsch. Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle nahmen an der „Pride“ teil. Sie werden unter der Abkürzung LGBT zusammengefasst. Eben diese Community wird in Polen häufig angefeindet.

Bialystok/Polen: Erste Gay-Pride-Parade von Hooligans mit Steinen beworfen

Rund 800 Menschen gingen am vergangenen Samstag für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen auf die Straße. Mit Händen geformte Herzen, Regenbogenfahnen und Plakate mit der Aufschrift „Liebe ist keine Sünde“ streckten die Teilnehmer in die Höhe. Die Sonne schien bei warmen 26 Grad auf den friedlichen Marsch. Auf einmal flogen Böller, Flaschen und Steine auf die Parade zu. Untermauert von den lauten Parolen der rechten Gegendemonstranten.

Die erste Gay-Pride-Parade im nordmazedonischem Skopje verlief wider Erwarten störungsfrei.

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Bialystok/Polen: Hooligans werfen Böller und Flaschen auf LGBT-Gemeinde

Schon im Vorfeld hatten nationalistische und katholische Gruppen rund 40 Gegenkundgebungen in Bialystok organisiert. Im Rahmen der homofeindlichen Veranstaltungen gingen die Teilnehmer auf die der Gay-Pride-Parade los. Sie bewarfen den Marsch mit Pflastersteinen und beleidigten die bunt gekleideten Menschen. Die Polizei verhängte gegen 16 Personen Ordnungsgelder, wie die Katholische Nachrichtenagentur berichtet. Zudem werden vier weiteren Personen Raub und Attacken auf Polizisten vorgeworfen. Diverse Videos kursieren im Netz, in denen Hooligans und rechtsextreme Fußballanhänger die Teilnehmer der Parade schlagen und anspucken. Sie haben auch zu Protesten gegen „Pride“ aufgerufen.

 „Was in Bialystok geschah, ist grauenhaft und todernst“, sagte der linksliberale Europaabgeordnete Robert Biedron. Am Tag nach den Ausschreitungen gegen den Gleichheitsmarsch twitterte Innenministerin Elzbieta Witek: „Es gab und gibt keine Erlaubnis für rowdyhaftes Verhalten.“

Bialystok/Polen: Homofeindlichkeit an der Tagesordnung

Homophobie ist in dem osteuropäischen Land weit verbreitet. Sticker mit der Aufschrift „LGBT-freie Zone“ will die rechtskonservative WochenzeitungGazeta Polskaihrer nächsten Ausgabe beilegen. Erst im April hatte der Chef von Polens rechtsnationalistischer Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS), Jarosław Kaczyński, Homosexuelle als Bedrohung für Polen bezeichnet.

Mit Anfeindungen hatte auch der polnische Ex-Priester Krzysztof Charamsazu kämpfen. Im interview mit merkur.de erzählt er, warum er die Heuchelei und Schwulenfeindlichkeit im Vatikan nicht länger aushalten wollte.

Einem IKEA-Mitarbeiter wurde in Polen gekündigt, weil er sich im intranet schwulenfeindlich äußerte. Was die Kirche damit zu tun hat, lesen Sie auf merkur.de.

din

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