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Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu.

Moskau wütend

Polen verweigert russischem Minister den Überflug

Moskau - Formfehler oder Reaktion auf das russische Vorgehen in der Ukraine? Polen hat den russischen Verteidigungsminister kurzzeitig am Rückflug nach Russland über Polen gehindert.

Polen hat den russischen Verteidigungsminister Sergej Schoigu kurzzeitig an der Heimkehr über polnischen Luftraum gehindert. Die polnische Luftüberwachung habe der Maschine des Ministers am Freitag zunächst den Überflug verwehrt, meldete die Staatsagentur Ria Nowosti. Das Flugzeug habe deshalb in Bratislava landen müssen, hieß es. Die russische Botschaft in Warschau teilte am Abend mit, dass der Minister doch über Polen heimkehren dürfe, wie die Agentur Interfax meldete. Schoigu hatte in der Slowakei an einem Weltkriegsgedenken teilgenommen.

Ein Sprecher der polnischen Luftaufsicht in Warschau begründete das Überflugverbot mit formalen Problemen. Die Militärmaschine mit Schoigu an Bord sei als ziviler Flug angemeldet worden. Ein Militärflug müsse jedoch 72 Stunden im Voraus angemeldet werden. Es handele sich wahrscheinlich um einen Fehler des russischen Piloten. Polen gehört zu den Staaten, die das russische Vorgehen in der Ukraine besonders scharf kritisieren.

Das russische Außenministerium kritisierte das zeitweilige Überflugverbot als „groben Verstoß“ gegen internationale Normen und Ethik. Es handele sich um einen „frevelhaften Ausfall gegen das historische Andenken und die Verdienste derer, die Europa vom Faschismus befreit haben“, sagte Vizeaußenminister Wladimir Titow in Moskau.

Schoigu hatte in Banská Bystrica mit Staatsgästen aus mehr als 30 Ländern des slowakischen antifaschistischen Aufstandes vor 70 Jahren gedacht.

Aus der Slowakei führen die Flugrouten nach Russland entweder über Polen oder die Ukraine. Schoigu steht im Ukraine-Konflikt wegen der russischen Unterstützung für die Separatisten im Osten des Landes auf einer Schwarzen Liste der Ex-Sowjetrepublik, nicht aber auf der Schwarzen Liste der EU. Deshalb nahm er dem Vernehmen nach die Route über Polen, um an dem Weltkriegsgedenken teilzunehmen.

dpa

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