Erste Pläne für McGraw-Kaserne

„Schlägt dem Fass den Boden aus“: Herbe Kritik an Söders Wohnungsbau-Vorstoß

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Markus Söder möchte auf dem Gelände der McGraw-Kaserne neue Wohnungen errichten. Die Pläne des designierten Ministerpräsidenten stoßen nicht überall auf Gegenliebe.

München - Der designierte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will eine bayerische Wohnungsbaugesellschaft gründen. Die „Bayernheim“ soll möglichst rasch Quartiere für Menschen mit mittleren Einkommen schaffen. Die Rede ist von bayernweit zunächst 2000 Wohnungen bis 2020. Gestartet werden soll auf dem Gelände der McGraw-Kaserne. „Das ist alles andere als eine spürbare Entlastung für den angespannten Wohnungsmarkt“, sagte OB Dieter Reiter (SPD) unserer Zeitung: „Wenn ich bis 2020 nur 2000 Wohnungen schaffen würde, würden mich die Münchner vom Marienplatz jagen.“

Der Freistaat hat bereits einen eigenen Wohnungsbauer, die sogenannte Stadibau. Allerdings ist deren Zweck im Errichten von Wohnungen für Beamte, Angestellte und Arbeiter im Staatsdienst definiert. Und so waren unter Federführung der Stadibau bislang auf dem Areal der ehemaligen McGraw-Kaserne lediglich 400 günstige Wohnungen für Staatsdiener mit kleinem Einkommen vorgesehen.

Söder will für die „Mitte der Gesellschaft“ bauen

Nun sollen die Pläne laut Söder überarbeitet werden, um eben auch Wohnungen beispielsweise für Menschen aus Pflegeberufen zu schaffen. „Ziel ist, für die Mitte der Gesellschaft zu bauen“, sagte Söder. 

Die McGraw-Kaserne: Auf dem Gelände will der Freistaat Wohnungen errichten.

Dem Münchner Rathauschef ringt das allenfalls ein müdes Lächeln ab. „Das ist eine interessante Entwicklung: Noch im Oktober 2017 hatte die CSU einen entsprechenden Antrag der SPD-Landtagsfraktion abgelehnt und sich geweigert, eine staatliche Wohnungsbaugesellschaft zu gründen“, erklärte Reiter. Der OB vermutet, dass Söder jetzt im Wahlkampf seinen „größten wohnungspolitischen Fehler aller Zeiten, den Verkauf von über 30.000 bezahlbaren Wohnungen“ der GBW in Bayern, vergessen machen wolle.

Die Bayernpartei im Stadtrat stößt ins gleiche Horn: „Dass sich der künftige Ministerpräsident jetzt als Verfechter des sozialen Wohnungsbaus feiern lässt, das schlägt wirklich dem Fass den Boden aus“, schimpfte Fraktionschef Johann Altmann.

Vom Saulus zum Paulus? Reissl gibt sich versöhnlich

Versöhnlicher äußerte sich SPD-Chef Alexander Reissl auf Anfrage: „Dass man auch dazulernen kann, steht bereits in der Bibel. Dort hat sich auch Saulus zum Paulus gewandelt.“ Bei aller Kritik sei es nun der richtige Schritt, dass der Freistaat eine Gesellschaft für den Wohnungsbau gründet. „Die anderen staatlichen Ebenen oberhalb der Kommunen müssen sich bei dem Thema stärker einmischen.“

CSU-Chef Manuel Pretzl lobte Söders Idee. „Prinzipiell ist das eine gute Geschichte, wir brauchen Wohnungen. Es wäre sogar zu überlegen, ob man auf den McGraw-Graben noch einen Deckel draufmacht, um noch mehr bauen zu können.“ 

Video: Glomex

Rubriklistenbild: © Klaus Haag

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