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Peter Gauweiler.

"Endlich einer, der konsequent ist"

Gauweiler-Rücktritt Herausforderung für CSU

Tutzing - Die Politikwissenschaftlerin Ursula Münch sieht im Rücktritt von CSU-Vize Peter Gauweiler eine enorme Herausforderung für die Partei.

Die CSU müsse sich jetzt klar darüber werden, in welche Richtung sie in der Euro- und Europa-Politik gehen wolle und wo die eigenen Grenzen seien, sagte Münch der Deutschen Presse-Agentur. Sonst drohten der CSU - mehr noch als anderen Parteien - Wähler verloren zu gehen, etwa an die „Alternative für Deutschland“.

Wenn eine führende Person zurücktrete, sei das für eine Partei immer ein Problem, erklärte die Direktorin der Akademie für Politische Bildung. Und bei Gauweiler komme erschwerend hinzu, dass es niemanden in der CSU gebe, der dessen Rolle übernehmen könne oder wolle.

Gauweiler aber könne sich jetzt als derjenige hinstellen, der als einziger in der CSU nicht alles mit sich machen lasse. „Und bei denen, die die Euro-Rettungspolitik kritisch betrachten, kommt das gut an, nach dem Motto: Endlich einer, der konsequent ist.“

Münch betonte, Gauweiler habe sich seine kritischen Positionen in all den Jahren ohne Probleme erlauben können. „Für den einzelnen Abgeordneten ist das einfach, nicht aber für eine Partei, die in Regierungsverantwortung ist. Die muss eben Kompromisse machen.“

Dass Gauweiler nun eine eigene Partei gründen könnte, glaubt Münch nicht. „Ich glaube nicht, dass er dafür die Zeit aufbringen möchte“, sagte sie unter Verweis auf die Arbeit Gauweilers als Rechtsanwalt.

Gauweiler hatte am Dienstag den Rückzug von allen politischen Ämtern erklärt. Der 65-Jährige zieht sich aus der CSU-Spitze und aus dem Bundestag zurück. Zur Begründung erklärte der Münchner, die CSU-Spitze habe von ihm verlangt, im Bundestag gegen seine Überzeugung die Verlängerung der Griechenland-Hilfen zu billigen.

dpa

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