Politisches Neuland

JU stimmt über Homo-Ehe ab

München - Sollen gleichgeschlechtliche Partnerschaften der Ehe rechtlich gleichgestellt werden? Darüber will die Junge Union am Wochenende abstimmen. Drei Formulierungen stehen zur Auswahl.

Der CSU-Nachwuchs beschreitet politisches Neuland: An diesem Wochenende stimmt die Junge Union bei einer Sonder-Landesversammlung darüber ab, ob gleichgeschlechtliche Partnerschaften der Ehe rechtlich gleichgestellt werden sollen. Es gibt keine Vorgabe des JU-Vorstands, und die Abstimmung ist geheim, wie der Landesvorsitzende Hans Reichhart am Donnerstag in München sagte. Hauptzweck der Versammlung in Nürnberg ist die Verabschiedung eines JU-Grundsatzprogramms.

Die gut 200 Delegierten stimmen in Sachen Homo-Ehe über drei verschiedene Formulierungen ab. Variante eins: die traditionelle Ehe soll „klares Leitbild“ bleiben. Option zwei ist diplomatisch formuliert und rückt gleichgeschlechtliche Partnerschaften in die Nähe einer Ehe. Option drei sieht die ausdrückliche Gleichstellung vor.

Es solle keinen Gruppenzwang geben, sagte Reichhart, daher die geheime Abstimmung. „Ich werde nicht vorher ein Votum abgeben.“ Der JU-Chef macht aber kein Geheimnis daraus, dass die ultrakonservative Linie nicht seine Sache ist: „Ich finde persönlich, der Grundsatz „Leben und leben lassen“ hat Bayern immer geprägt.“

Unabhängig vom Ausgang dieser speziellen Abstimmung will sich die JU mit dem Programm die schriftliche Genehmigung zum Ärgern der Mutterpartei erteilen: „Als Junge Union halten wir der CSU im Hinblick auf Fehlentwicklungen in Partei und Politik den Spiegel vor und sind der Stachel im Fleisch der CSU“, heißt es in dem Programmentwurf.

dpa

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