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Zum dritten Jahrestag der Proteste im Gezi-Park sind hunderte Demonstranten zusammengekommen. Sie treffen auf ein Großaufgebot der Polizei.

Brutale Räumung forderte Todesopfer

Gezi-Jahrestag: Hunderte demonstrieren in Istanbul

Vor drei Jahren begannen Massenproteste gegen die AKP-Regierung in der Türkei. Diese will jedes Gedenken verhindern und sperrt den symbolträchtigen Gezi-Park in Istanbul.

Zum dritten Jahrestag des Beginns der Gezi-Proteste haben in Istanbul Hunderte Menschen gegen die islamisch-konservative Staatsführung der Türkei demonstriert. Auf der Einkaufsmeile Istiklal Caddesi im Zentrum der Millionenmetropole skandierten Demonstranten am Dienstag mit Blick auf die Regierungspartei AKP: „Dieb, Mörder AKP“ und „Überall ist Taksim, überall ist Widerstand“.

Am Rande des Protests gab es nur kleinere Zwischenfälle. Die Polizei war mit einem massiven Aufgebot aufmarschiert. Sie setzte aber weder die zahlreichen Wasserwerfer, die in Stellung gegangen waren, noch Tränengas ein, wie eine dpa-Reporterin berichtete.

Polizisten hielten den Demonstrationszug auf der Istiklal Caddesi vor dem Taksim-Platz auf. Aktivisten der Dachorganisation „Taksim Solidarität“, die eine führende Rolle bei den Protesten vor drei Jahren spielte, forderten vergeblich, zum Gezi-Park durchgelassen zu werden. Den Park am Taksim-Platz hatte die Polizei zuvor abgeriegelt. An der Demonstration nahmen auch Angehörige von Opfern der Polizeigewalt bei den Protesten vor drei Jahren teil.

Hintergrund: Die Gezi-Proteste 2013

Die Gezi-Proteste begannen Ende Mai 2013. Sie richteten sich zunächst gegen ein umstrittenes Bauprojekt im Gezi-Park, weiteten sich dann aber zu landesweiten Demonstrationen gegen die regierende islamisch-konservative AKP aus. Der damalige Ministerpräsident und heutige Staatschef Recep Tayyip Erdogan ließ die Gezi-Proteste von der Polizei niederschlagen. Mehrere Menschen kamen damals ums Leben. Menschenrechtler kritisierten das brutale Vorgehen der Polizei.

Aktivisten der „Taksim Solidarität“ waren am Dienstag vor der Demonstration vorübergehend festgenommen worden. Die regierungskritische türkische Architektenkammer teilte auf ihrer Internetseite mit, Hintergrund sei die Zwangsräumung eins Gebäudes in Istanbul, dass von der Kammer genutzt werde. Das Büro von Präsident Erdogan wolle das Gebäude in Zukunft nutzen. Man habe dagegen Einspruch erhoben. Die Räumung sei daher rechtswidrig.

dpa

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