+
Bundespolizisten auf einem Flughafen. Vor allem im Bereich der Luftsicherheit sieht die Polizeigewerkschaft Defizite. Foto: Boris Roessler

Kampf gegen Terror

Polizei sieht "Sicherheitslücken" in Deutschland

Berlin - Die deutsche Polizei ist nach Einschätzung von Gewerkschaftschef Rainer Wendt im Kampf gegen den Terror gut aufgestellt, allerdings gebe es auch Defizite.

"Es gibt große Sicherheitslücken zum Beispiel im Bereich der Luftsicherheit, der Luftsicherheitskontrollen an den Flughäfen. Und es gibt, vor allen Dingen in den Ländern, nach wie vor die Bereitschaft, viel Personal abzubauen", sagte der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) dem Nachrichtensender n-tv. "Dieses Personal fehlt uns unter anderem wenn es darum geht, sehr gefährliche Syrien-Heimkehrer zu beobachten und zu überwachen."

Wendt zufolge sollen weitere 1000 Planstellen bei der Polizei gestrichen werden. "Das ist eine ganz fatale Entwicklung und ich kann nur hoffen, dass die Landesregierungen auch dies jetzt zum Anlass nehmen, diese Pläne noch einmal zu überdenken, denn das kann sich die Polizei überhaupt nicht erlauben, jetzt, in diesem Moment auch noch Personal abzubauen."

Wendt sprach sich nach den Terrortaten in Frankreich für die Einführung der Vorratsdatenspeicherung aus. "Die brauchen wir ja nicht, um Eierdiebe zu fangen, sondern wirklich um sehr, sehr gefährliche Terroristen zu fangen, beziehungsweise, sie an weiteren Taten zu hindern."

Derweil hat Deutschland nach Angaben von Innenminister Thomas de Maizière (CDU) die Sicherheitsvorkehrungen nach dem Terroranschlag in Frankreich erhöht: "Wir sind in engem Kontakt mit den Ländern und haben einen Plan für solche Fälle, den haben wir hochgefahren".

"Ausschließen kann man einen Anschlag nicht. Wir sind wachsam, voller Sorge, aber ohne Angst." sagte de Maizière am Freitag in Hamburg ohne Einzelheiten zu nennen.

Zugleich warnte er vor vorschnellen Bewertungen der französischen Polizeiarbeit und politischen Forderungen. "Heute ist die Stunde der Solidarität."

dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

AfD-Landeschef verlässt verärgert „Mainz bleibt Mainz“
Mainz - Aus Ärger über Attacken gegen die AfD hat ihr rheinland-pfälzischer Landeschef Uwe Junge die Fernsehfastnacht „Mainz bleibt Mainz“ vorzeitig verlassen.
AfD-Landeschef verlässt verärgert „Mainz bleibt Mainz“
Trump setzt Feldzug gegen Medien fort
Washington - Kritik kann Donald Trump nicht gut ab. Medien, die ihm nicht nach dem Mund reden, überzieht er deshalb mit immer schärferen Angriffen. Und auf ein Dinner …
Trump setzt Feldzug gegen Medien fort
Merkel schaltet in Wahlkampfmodus
Berlin - SPD-Hoffnungsträger Schulz hat den bisherigen Koalitionspartner aufgeschreckt. Jetzt heißt es für die CDU, Kontra geben. Korrekturen an den Arbeitsmarktreformen …
Merkel schaltet in Wahlkampfmodus
Merkel kritisiert Agenda-Pläne von Schulz
Stralsund - In Teilen der Union herrscht Unmut über Merkels bislang verhaltene Reaktion auf das Erstarken der SPD. Nun geht die Kanzlerin erstmals auf Konfrontation zu …
Merkel kritisiert Agenda-Pläne von Schulz

Kommentare