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Am Vormittag war bereits eine Autobombe vor dem Gouverneursamt von Adana detoniert. Zwei Menschen starben. 

Verdächtiger Mann angeschossen

Polizei vereitelt weiteren Anschlag im türkischen Adana

Istanbul - Eine Bombe explodiert vor dem Gouverneursamt in Adana und tötet zwei Menschen. Ein weiterer kann offenbar gerade so vereitelt werden. Doch wer steckt dahinter?

Bei einem Anschlag vor dem Gouverneursamt in der südtürkischen Provinzhauptstadt Adana sind nach offiziellen Angaben mindestens zwei Menschen getötet und 33 verletzt worden. Eine Autobombe sei am Donnerstag auf dem Parkplatz in der Nähe des Eingangs des Amtsgebäudes detoniert, meldete die Nachrichtenagentur DHA. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Für zahlreiche Anschläge in der Türkei werden die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK oder die Terrormiliz Islamische Staat (IS) verantwortlich gemacht.

Nach einem Gespräch mit dem Gouverneur verurteilte der türkische EU-Minister Ömer Celik den „Terror“, den die Regierung bis zum Ende bekämpfen werde. Auf Fernsehbildern war zu erkennen, dass die Wucht der Explosion Fensterscheiben in dem mehrstöckigen Gouverneursgebäude zum Bersten brachte. Die Behörden verhängten eine Nachrichtensperre, die nicht für offizielle Verlautbarungen gilt.

Polizei schoss auf Fahrer eines mit Sprengstoff beladenen Fahrzeugs

Bei dem anschließenden Einsatz in Adana habe die Polizei den Fahrer eines mutmaßlich mit Sprengstoff beladenen Fahrzeugs angeschossen, meldete DHA weiter. Der Fahrer werde im Krankenhaus behandelt. In der Nähe Adanas liegt der Nato-Luftwaffenstützpunkt Incirlik, auf dem auch deutsche Soldaten stationiert sind. Von dort aus fliegt die Militärallianz gegen den IS Luftangriffe im Nachbarland Syrien.

Die Türkei ist seit August mit Bodentruppen in Kämpfe in Syrien involviert. Sie bekämpft im Norden des Landes gemeinsam mit sunnitischen Milizen den IS, aber auch die Kurdenmilizen der YPG, die Verbündete der USA sind. DHA berichtete, bei einem Militäreinsatz am Donnerstagmorgen in der Region al-Bab seien drei türkische Soldaten getötet und zehn weitere verletzt worden. Die Berichte über die Umstände sind widersprüchlich.

„Diese Angriffe werden ganz bestimmt heimgezahlt werden“

DHA und die in London ansässige syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichteten über einen Angriff des IS. Die türkische Armee dagegen teilte mit, sie gehe von Luftschlägen des syrischen Regimes aus.

Ministerpräsident Binali Yildirm erklärte, für seine Regierung sei die Version der Armee gültig, und kündigte Vergeltung an. „Diese Angriffe werden ganz bestimmt heimgezahlt werden“, sagte er in Ankara.

In der südosttürkischen Provinz Sirnak wurden unterdessen ein Soldat durch einen Sprengsatz getötet und fünf weitere Sicherheitskräfte verletzt, wie DHA berichtete. Es habe sich um einen ferngezündete Bombe der PKK gehandelt. Die türkische Armee geht im Südosten gegen die PKK vor. Nach Angaben von DHA setzte die Armee den Einsatz am Donnerstag auch in Sirnak mit Luftunterstützung fort.

Behörden gehen weiter gegen pro-kurdische Opposition vor

Die Behörden gingen auch am Donnerstag weiter gegen die pro-kurdische Opposition vor. Die Polizei nahm die Bürgermeister der südosttürkischen Stadt Bitlis fest, wie DHA berichtete. Die Politiker gehören der kurdischen Partei DBP an, dem kommunalen Ableger der im Parlament vertretenen pro-kurdischen HDP.

Gegen den vergangene Woche abgesetzten pro-kurdischen Bürgermeister der Stadt Mardin, Ahmet Türk, sei Haftbefehl wegen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation erlassen worden, meldete DHA weiter. Die türkische Führung bezeichnet die HDP und ihren kommunalen Ableger als verlängerten Arm der PKK. Die Regierung in Ankara hat nach Angaben der HDP inzwischen 34 Gemeindeverwaltungen der DBP unter staatliche Zwangsaufsicht gestellt.

dpa

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