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Der neue elektronische Personalauswweis gilt ab dem 1. November.

"Schrott": Polizei warnt vor Personalausweis

Berlin - "Veralteter Elektroschrott" - so bezeichnet  der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter den neuen elektronischen Personalausweis. Kriminelle würden sich schon  die Hände reiben.

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Vor dem Start des neuen Personalausweises am Montag haben Polizei und Verbraucherschützer erhebliche Bedenken geäußert. Der Ausweis im Scheckkartenformat sei teuer und nicht völlig sicher, kritisierten sie. Innenminister Thomas de Maizière verteidigte dagegen am Samstag die Einführung. “Mit dem neuen Personalausweis stellt der Staat eine moderne Infrastruktur für ein vertrauenswürdiges Identitätsmanagement in der digitalen Welt bereit“, sagte der CDU-Politiker in Berlin.

“Bürgerinnen und Bürger, Wirtschaft und Verwaltung können gleichermaßen von den neuen Einsatzmöglichkeiten profitieren.“ Er werde am 9. November seinen neuen Ausweis in Dresden beantragen und freue sich darauf, sich “künftig deutlich sicherer als bisher in der digitalen Welt bewegen zu können“. Das Neue an dem Ausweis ist nicht nur das kleinere Format, sondern ein elektronischer Chip, in dem die Ausweisdaten digital abgelegt sind. Über Lesegeräte soll er auch der Identifizierung im Internet dienen. Experten warnen jedoch vor Risiken.

“Kriminelle schnalzen mit der Zunge“

“Der neue Personalausweis kommt mit einer Lesegerätetechnik für Onlinegeschäfte auf den Markt, bei der Kriminelle mit der Zunge schnalzen“, sagte der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Klaus Jansen, der “Neuen Osnabrücker Zeitung“. Sein Verband habe wiederholt gefordert, hochwertige Lesegeräte mit einer eigenen Tastatur vorzuschreiben. Denn es sei hoch riskant, wenn die Geheimzahl für den neuen Ausweis an der Computertastatur eingegeben werden müsse. “Die Eingabe können Kriminelle mitlesen, sofern der Rechner mit Schadprogrammen befallen ist“, warnte Jansen. Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) mahnte zur Vorsicht. “Mein Rat lautet Finger weg vom neuen Ausweis, solange dessen Kinderkrankheiten nicht behoben sind“, sagte GdP-Vizevorsitzende Bernhard Witthaut der Zeitung. Das Ausspähen von Daten werde Kriminellen zu einfach gemacht. Ähnlich äußerte sich der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Christian Ahrendt. Es gebe “ein hohes Risiko, dass Daten des neuen Ausweises von Kriminellen ausgelesen werden“, sagte er dem Blatt.

“Sicher sind nur die Kosten“

Verbraucherschützer kritisieren zudem den Preis von 28,80 Euro. Der bisherige Ausweis kostet acht Euro. “Der elektronische Personalausweis ist nahezu viermal so teuer wie der alte Ausweis“, sagte Cornelia Tausch vom Verbraucherzentralen-Bundesverband der “Welt am Sonntag“. Für Verbraucher sei es ärgerlich, dass sie keine Wahl hätten. Auch der GdP-Vorsitzende Konrad Freiberg bemängelte in der “Welt am Sonntag“ den hohen Preis. Immerhin gehöre das Ausstellen eines Ausweises zu den Kernaufgaben des Staates. Andere Länder böten vergleichbare Dokumente deutlich billiger an. So verlange Spanien nur sieben Euro, Estland zehn. Bei dem deutschen Ausweis kommt das Lesegerät für die Internet-Nutzung mit weiteren 100 bis 200 Euro hinzu. Der Grünen-Sicherheitspolitiker Wolfgang Wieland kritisierte, dass de Maizière das neue Dokument als große Innovation feiere. Tatsächlich bringe der neue Ausweis gegenüber dem jetzigen keinen Sicherheitsgewinn - “dank RFID-Chip eher das Gegenteil“, sagte Wieland in Berlin. “Sicher sind bisher nur die Kosten“, fügte er an.

dapd

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