+
Popularität von Putin leidet.

Unpopuläre Rentenreform

Popularität von Putin leidet: Vier von fünf Russen machen ihn verantwortlich für Probleme

Wegen der unbeliebten Rentenreform in Russland ist Putin bei den Bürgern nicht mehr so beliebt wie früher. Vier von fünf Russen machen ihn für Probleme im Land verantwortlich. 

Moskau - Immer mehr Russen machen Präsident Wladimir Putin persönlich verantwortlich für die Probleme im eigenen Land. Das unabhängige Meinungsforschungsinstitut Lewada veröffentlichte am Donnerstag in Moskau eine entsprechende Umfrage. Es führte den Anstieg auf die unpopuläre Rentenreform dieses Sommers zurück. Die russische Führung hat das Rentenalter um je fünf Jahre für Männer und Frauen erhöht.

„Es ist nicht gelungen, die Menschen davon zu überzeugen, dass Putin davon nichts gewusst hat“, sagte der Lewada-Experte Denis Wolkow der Zeitung „Wedomosti“ zufolge. Der Ärger sei aber auch nicht so groß, um zu Massenprotesten zu führen.

Lesen Sie auch: ZDF nahm heikle Putin-Doku kurzfristig aus dem Programm - jetzt erklärt der Sender warum

Trotz Rekordergebnis bei Wahl: Putins Popularität leidet

In der seit 2012 regelmäßig durchgeführten Umfrage machte in diesem Oktober eine Rekordzahl von 61 Prozent Putin vollständig verantwortlich für die Lage im Land. Weitere 22 Prozent hielten ihn für mitverantwortlich. Damit sehen vier von fünf Russen (83 Prozent) den Kremlchef in der Pflicht. Zugleich sank der Anteil derer, die ihm bescheinigen, er habe alles richtig gemacht, sei aber an korrupten Beamten (10 Prozent) oder schwierigen Umständen (6 Prozent) gescheitert.

Das traditionelle Bild der russischen Bevölkerung, dass der Zar gut, die Bojaren (Adeligen) seiner Umgebung aber schlecht seien, sei durchbrochen, sagte auch der Politologe Boris Makarenko. Putin ist seit fast 19 Jahren beherrschende politische Figur im größten Land der Erde. Er war im März mit dem Rekordergebnis von über 76 Prozent wiedergewählt worden. Zugleich belegen auch andere Umfragen, dass seine Popularität unter der Rentenreform gelitten hat.

Die negativen Umfragewerte spiegeln sich auch in den Reaktionen zu einem neuen Song eines russischen Rappers wieder, der einige politische Aussagen pro Putin enthält. Im russischen YouTube wurde damit ein Negativ-Rekord gebrochen - fast 1,5 Millionen Mal gaben User einen „Daumen runter“.

Der Putin-Kritiker Ruslan Schaweddinow wurde angeblich entführt und auf eine Militärbasis in der Arktis gebracht. Auch sein Chef Alexej Nawalny wurde verhaftet.

Putin verbrauchte kürzlich Zeit mit möglichem Nachfolger. Sie zeigten sich beim Wandern und Pilzesuchen.

Der Russe Juri Luschkow starb bei einer Routineoperation in München. Der ehemalige Bürgermeister von Moskau war eines der bekanntesten Gesichter Russlands.

Das „heute journal“ vom 15. Januar drehte sich eigentlich in einem Beitrag um die Moskauer Machtspiele, doch Christian Sievers schoss mit einem Putin-Witz den Vogel ab.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Brexit: Das britische Oberhaus hat abgestimmt - fehlt nur noch die Queen
Der Brexit steht kurz vor der Tür. Wenige Tage vor dem Ausscheiden aus der EU macht eine Abgeordnete der Brexit-Partei eine erschreckende Erkenntnis.
Brexit: Das britische Oberhaus hat abgestimmt - fehlt nur noch die Queen
Impeachment gegen Donald Trump: Senat legt Ablauf des Verfahrens fest - so stehen seine Chancen
Der US-Senat hat Details zum Ablauf des Impeachment-Verfahrens gegen Präsident Donald Trump bekannt gegeben. 
Impeachment gegen Donald Trump: Senat legt Ablauf des Verfahrens fest - so stehen seine Chancen
Greta Thunberg? Donald Trump antwortet mit provokanter Gegenfrage - und stellt Forderung an sie
Davos: Erstmals seit September sind Greta Thunberg und Donald Trump wieder aufeinander getroffen. Ihre Reden beim Weltwirtschaftsforum hatten es in sich.
Greta Thunberg? Donald Trump antwortet mit provokanter Gegenfrage - und stellt Forderung an sie
Britisches Parlament ratifiziert Brexit-Abkommen
Nun kann der Brexit am 31. Januar kommen. Nach den Abgeordneten im Unterhaus gaben nun auch die Lords im Oberhaus ihre Zustimmung zum Ratifizierungsgesetz für den …
Britisches Parlament ratifiziert Brexit-Abkommen

Kommentare