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Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko (re.) und Russlands Staatschef Wladimir Putin (li.) sprechen in Minsk über eine Lösung der Ukraine-Krise.

USA sehen "deutliche Eskalation"

Poroschenko: Treffen mit Putin Schicksalsstunde

Minsk - Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat sein erstes Treffen mit Russlands Staatschef Wladimir Putin seit Juni zur Schicksalsstunde für die Weltgemeinschaft erklärt.

"Bei diesem Treffen in Minsk wird das Schicksal der Welt und Europas entschieden", sagte Poroschenko am Dienstag bei einem Regionalgipfel in der weißrussischen Hauptstadt. Derweil lieferte die Gefangennahme russischer Soldaten in der Ostukraine anscheinend erstmals einen konkreten Beleg für russische Truppenpräsenz im Konfliktgebiet.

Zum Auftakt des Gipfeltreffens der Mitglieder der Eurasischen Wirtschaftsunion mit EU-Vertretern gaben sich Poroschenko und Putin die Hand. Schon vor Sitzungsbeginn machte Poroschenko seine Position deutlich: "Es muss alles getan werden, um die Waffenlieferungen an die Separatisten zu stoppen." Russlands Außenminister Sergej Larwow sagte, er rechne fest mit einem direkten Gespräch beider Politiker am Abend.

Dem weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko sagte Poroschenko: "Die Priorität ist Frieden." Und im Gespräch mit der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton betonte er, dass die Ukraine "einen zu hohen Preis für ihre Unabhängigekeit" zahle. Putin vermied in seinen Auftaktbemerkungen direkte Bezüge zum Konflikt mit dem Nachbarland, der schon mehr als 2200 Menschen das Leben gekostet hat. Stattdessen betonte er die Folgeschäden, die Kiews Assoziierungsabkommen mit der EU für Russlands Wirtschaft haben könne.

Der von Moskau ins Leben gerufenen Eurasischen Wirtschaftsunion gehören Russland, Weißrussland und Kasachstan an. Die Ukraine hat sich dagegen seit dem Machtwechsel in Kiew im Februar verstärkt der EU zugewandt.

Erster Beweis für Präsenz russischer Truppen in der Ukraine

Das Treffen in Minsk wurde von Bildern des ukrainischen Fernsehens überschattet, auf denen zehn im umkämpften Osten des Landes gefangen genommene Fallschirmjäger aus Russland zu sehen sein sollen. Kiew und westliche Staaten sprechen seit Wochen von der Präsenz russischer Truppen in der Ukraine, die Gefangennahme lieferte nun offenkundig den ersten Beweis dafür.

In einem vom ukrainischen Fernsehen ausgestrahlten Video gab ein Soldat zu, mit seiner Kolonne die Grenze zur Ukraine überquert zu haben. Der uniformierte Mann stellte sich als russischer Gefreiter Iwan Miltschakow vom 331. Fallschirmjäger-Regiment vor und sagte, seine Einheit sei "über die Felder" in die Ukraine gefahren und hätte drei Tage im Nachbarland bleiben sollen. Über das Ziel ihrer Mission seien sie nicht informiert worden.

Aus dem Verteidigungsministerium in Moskau hieß es, die Patrouille der Männer habe die Grenze "höchstwahrscheinlich aus Versehen" überquert. Die Nationale Sicherheitsberaterin der US-Regierung, Susan Rice, kritisierte "das wiederholte russische Vordringen in die Ukraine" als "inakzeptabel, gefährlich und brandstiftend" sowie als "deutliche Eskalation". Kasachstans Staatschef Nursultan Nasarbajew warnte Poroschenko und Putin davor, dass sie bei mangelnder Bereitschaft zu einer persönlichen Aussprache die Stabilität der "gesamten Welt" gefährdeten.

Die monatelange Krise hat der ukrainischen Währung inzwischen einen neuen Tiefstand beschert: Die Hrywnja verlor seit Jahresbeginn 40 Prozent an Wert.

Poroschenko und Putin beim Krisengipfel in Minsk - Bilder

Poroschenko und Putin beim Krisengipfel in Minsk - Bilder

Mit besonderer Sorge wird der politische und militärische Konflikt in den östlichen Nato-Bündnisstaaten verfolgt. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sagte ihnen am Dienstag "mehr sichtbare Nato-Präsenz" zu. Um eine schnelle Einsatzbereitschaft zu garantieren, sei dort neben der Anwesenheit von Nato-Soldaten aber auch geeignete Infrastruktur vonnöten.

AFP

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