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Der Herausforderer hat mit dem Amtsinhaber eines gemeinsam: Christian Ude wollte - wie auch Horst Seehofer - eigentlich nie bayerischer Ministerpräsident werden. „Meine Lebensaufgabe liegt im Münchner Rathaus“, sagte der langjährige Oberbürgermeister einmal.
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Dann aber hat es sich der Sozialdemokrat, der mit der bayerischen SPD über viele Jahre hinweg nicht allzu viel anfangen konnte, doch anders überlegt: Im Sommer 2011 gab er bekannt, dass er bei der Landtagswahl als Spitzenkandidat für die SPD ins Rennen gehen will. Am 15. September gilt es nun.
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Doch die Chancen, dass Ude (65) sein Amtszimmer im Rathaus mit dem in der Staatskanzlei tauschen könnte, stehen kurz vor der Wahl schlecht: Die CSU liegt in Umfragen klar vor dem von Ude angestrebten Dreierbündnis mit Grünen und Freien Wählern. Der Herausforderer will sich aber nicht beirren lassen. Ude tourt bis zuletzt quer durch Bayern und kämpft für das große Ziel: den historischen Machtwechsel.
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Es ist eine für ihn ungewohnte Rolle. Als OB regiert er in der Landeshauptstadt seit 20 Jahren unangefochten. Er wird in der Stadt allgemein geachtet und anerkannt. Seine Bürgernähe brachte ihm sogar einmal den Spitznamen „Bürger King“ ein.
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Und seine Wahlergebnisse sprechen für sich: 1993 wurde Ude mit 50,8 Prozent erstmals zum OB gewählt. Seither hat er seine Ergebnisse stetig auf über 60 Prozent gesteigert. 2008, als er sich eigentlich gar nicht mehr zur Wahl stellen wollte, holte er mit 66,8 Prozent seinen persönlichen Rekord.
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Als Landtagswahl-Spitzenkandidat aber steht Ude seit zwei Jahren unter landesweiter Dauerbeobachtung. Kritik ist da viel mehr als früher an der Tagesordnung. Doch wenn es allzu kritisch wird, reagiert Ude empfindlich - noch so eine Gemeinsamkeit Ude-Seehofer.
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Vor allem die dauernden Fragen nach den schlechten Umfragewerten für die SPD - Ude kann sie nicht mehr hören. Seine stete Antwort in diesen Tagen: Abwarten, das seien nur Umfragen, rund 40 Prozent der Wahlberechtigten seien noch unentschlossen, es sei alles drin.
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Tatsächlich ist es Ude gelungen, die Bayern-SPD aus der jahrzehntelangen Dauer-Verzweiflung zu holen. Als er seine Kandidatur bekanntgab, schöpften viele Genossen erstmals wieder Mut. Und die ersten Umfragen vor zwei Jahren ließen einen Machtwechsel auch realistisch erscheinen. Vom „Ude-Effekt“ war da sofort die Rede.

Porträt: So tickt Christian Ude

München - Allen Umfragen zum Trotz: Auf Christian Ude ruhen die Hoffnungen der bayerischen Sozialdemokratie: Nach langem Zögern und kurz vor dem Ruhestand fordert der Münchner OB den Ministerpräsidenten heraus.

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