+
Das Videostandbild zeigt den ehemaligen libanesischen Ministerpräsidenten Saad Hariri bei einem Interview in Riad (Saudi-Arabien). Foto: Future TV

Ausreise aus Saudi-Arabien?

Macron lädt Libanons Premier Hariri nach Frankreich ein

Eine Wende in der Libanon-Krise? Erst besucht Frankreichs Staatschef Macron den saudischen Kronprinzen. Dann gibt es für den libanesischen Regierungschef Hariri ein Angebot aus dem Élyséepalast.

Paris (dpa) - In der Libanon-Krise hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron den libanesischen Regierungschef Saad Hariri und dessen Familie nach Frankreich eingeladen.

Macron habe zuvor mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman und Hariri gesprochen, teilte der Élyséepalast in einer knappen Erklärung mit. Hariri könnte bereits in den kommenden Tagen nach Frankreich kommen, wie Élyséekreise der Deutschen Presse-Agentur bestätigten. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur AFP darüber berichtet.

Hariri hatte Anfang des Monats seinen Rücktritt von Saudi-Arabien aus erklärt - mit dem Land unterhält er enge Beziehungen. Als Grund deutete er ein Mordkomplott seitens der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah an, die vom Iran und Syrien unterstützt wird. Damit löste der 47-Jährige Spekulationen aus, dass sein Rückzug von Riad erzwungen wurde, um Spannungen mit der Hisbollah zu erzeugen.

Der Präsident des Libanons, Michel Aoun, behauptete, Hariri werde in Saudi-Arabien festgehalten. "Premier Hariris Nicht-Rückkehr in die Heimat zwölf Tage (nach seinem Rücktritt) ist durch nichts zu rechtfertigen, deshalb betrachten wir ihn als festgehalten und in Gewahrsam", teilte Aoun via Twitter mit. Der Libanon werde sein Bestes tun, damit Hariri wieder freikomme. Beweise für seine Behauptung lieferte er nicht.

Vor der Einladung an Hariri drang Macron darauf, dass der libanesische Premier seinen angekündigten Rücktritt in seinem Heimatland bestätigen könne. Frankreich unterstütze die Unabhängigkeit und die Autonomie des Nahostlandes, erklärte der französische Regierungssprecher Christophe Castaner nach der Regierungssitzung. Castaner sagte: "Der (französische) Staatspräsident wünscht, dass der libanesische Premierminister seinen Wunsch nach einem Rücktritt im Libanon bekräftigen (und) bestätigen kann, falls dies seine Entscheidung ist."

Außenminister Jean-Yves Le Drian begann unterdessen einen zweitägigen Besuch in Saudi-Arabien, wo laut französischen Diplomatenkreisen auch ein Treffen mit Hariri vorgesehen war. Zudem wollte Le Drian Kronprinz Mohammed treffen. Macron hatte Prinz Mohammed bereits in der vergangenen Woche gesehen. Frankreich hat als frühere Mandatsmacht besonders enge Beziehungen zum Libanon.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Seehofer: Bevor ich den Watschnbaum mache, trete ich zurück
Fast täglich wächst der Druck auf Horst Seehofer. Weite Teile seiner Partei machen ihn für die Wahlpleite verantwortlich. Das will sich der CSU-Chef aber nicht gefallen …
Seehofer: Bevor ich den Watschnbaum mache, trete ich zurück
Möglicher Rücktritt als CSU-Chef: Seehofer zieht Parallele zur SPD
Die Landtagswahl in Bayern ist für die CSU ganz und gar nicht nach Plan gelaufen. Die Personaldebatte nach der Niederlage hält nun weiter an. Horst Seehofer will nicht …
Möglicher Rücktritt als CSU-Chef: Seehofer zieht Parallele zur SPD
Keine Lust auf Watschnbaum: Seehofer spricht über möglichen Rücktritt
CSU-Parteichef Horst Seehofer steht nach der Landtagswahl unter Druck. Eine alleinige Schuld für das CSU-Wahldebakel sieht er nicht, stattdessen spricht er über …
Keine Lust auf Watschnbaum: Seehofer spricht über möglichen Rücktritt
Fall Khashoggi: Trump sieht nach Erklärung der Saudis noch offene Fragen 
Der Journalist Jamal Khashoggi war seit dem 2. Oktober verschwunden. Nun bestätigte Saudi-Arabien, dass der Journalist getötet wurde. Auch Donald Trump schaltet sich …
Fall Khashoggi: Trump sieht nach Erklärung der Saudis noch offene Fragen 

Kommentare