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Alexander Weber, Politik-Redakteur des Münchner Merkur

Kommentar

Präsidentschaftswahl in Frankreich: Wer wird Monsieur X?

Seit Trump und Brexit sollte man mit Wahlprognosen bekanntlich vorsichtig sein, aber eines deutet sich nach allen Umfragen für Frankreichs Präsidentschaftswahl im Frühjahr an: „Alle gegen Marine Le Pen“ wird wohl das Motto für die entscheidende Stichwahl heißen.

Aber wer wird der „Monsieur X“ sein, der die Republik vor den Rechtsextremen retten soll?

Der Kampf um den Pariser Elysée-Palast wird in der ersten Runde spannend und vielschichtig wie lange nicht: Schafft es der jetzt siegreiche Sozialist Hamon, das zersplitterte linke Lager zu einen und mit einem Programm für kürzere Arbeitszeit, bedingungsloses Grundeinkommen und Rückführung unbequemer Reformen zu locken, ist er trotz Hollande-Hypothek nicht chancenlos.

Aussichtsreich liegt der liberale Sozialreformer Macron im Rennen, der mit seiner Bewegung „En marche“ vom Linksrutsch der Sozialisten profitieren und den unterlegenen sozialdemokratischen Valls-Flügel hinter sich vereinen könnte. Oder schafft es doch der als hoher Favorit gestartete Republikaner Fillon, dem allerdings „Penelope-Gate“, die Turbulenzen rund um die Beschäftigung seiner Frau aus Steuermitteln, die Ernte verhageln könnte?

Neben den Mega-Themen Terror, Flüchtlinge und Soziales geht es im Wahlkampf auch um die EU-Mitgliedschaft. Die Franzosen wählen diesmal nicht einfach ihren Präsidenten. Sie entscheiden über das Schicksal Europas.

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Alexander.Weber@ovb.net

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