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Amtsinhaber Ivo Josipovic muss gegen seine Herausforderin in die Stichwahl.

Keine absolute Mehrheit

Stichwahl in Kroatien benötigt

Zagreb - Der amtierende kroatische Präsident Ivo Josipovic muss in einer zweiten Runde gegen die ehemalige Außenministerin Kolinda Grabar-Kitarovic antreten.

Bei der Präsidentschaftswahl in Kroatien ist eine Stichwahl erforderlich: Nach Auszählung fast aller Stimmen lag Josipovic knapp vor seiner konservativen Rivalin. Auf dem dritten Platz landete zur allgemeinen Überraschung der 24-jährige Anarchist Ivan Vilibor Sincic, der Kroatiens Austritt aus EU und Nato fordert.

Laut dem vorläufigen Ergebnis erreichte Josipovic 38,6 Prozent, seine Rivalin Grabar-Kitarovic 37,1 Prozent. Beide verfehlten damit die nötige absolute Mehrheit. Bei der Stichwahl in zwei Wochen wird nun ein knappes Rennen erwartet. Die größte Überraschung war das gute Abschneiden von Sincic, der auf fast 16,5 Prozent kam. Sincic war durch sein Eintreten gegen die Zwangsräumung verschuldeter Mieter bekannt geworden. Im Wahlkampf versprach er, Kroatien von "Geldhaien und Bankern" zu befreien.

Die Wahlbeteiligung lag bei 47,1 Prozent, drei Prozent mehr als vor fünf Jahren. Nach Bekanntgabe der Ergebnisse äußerte sich Josipovic siegesgewiss. "Mein Programm bietet Kroatien mehr Demokratie, Toleranz (...) und es wird zur wirtschaftlichen Entwicklung beitragen", sagte der Sozialdemokrat. Grabar-Kitarovic wertete dagegen den Wahlausgang als Zeichen des Willens zum Wandel. "Wir brauchen mutige, entschlossene Behörden, die das Land vorwärts führen können und nicht in die Katastrophe", sagte sie.

Bei seiner ersten Wahl 2009 war Josipovic vor allem mit dem Versprechen angetreten, die Korruption zu bekämpfen. Tatsächlich wurden in den zurückliegenden Jahren ein Ministerpräsident und mehrere Minister wegen Korruption verurteilt. Zudem machte der 57-jährige Juraprofessor im Sommer 2013 sein Versprechen wahr, den Balkanstaat in die Europäische Union zu führen. Allerdings leidet die frühere jugoslawische Teilrepublik derzeit unter einer schweren Wirtschaftskrise und hoher Arbeitslosigkeit.

Die 46-jährige Grabar-Kitarovic, die der konservativen Partei HDZ angehört, diente von 2005 bis 2008 als Außenminister und anschließend als Botschafterin in Washington. 2011 wurde sie zur stellvertretenden Generalsekretärin der Nato berufen. Im Wahlkampf warf sie Josipovic vor, mit dem Versuch gescheitert zu sein, die Regierung zu Reformen zu ermuntern. Der Präsident hat in Kroatien nur beschränkte Befugnisse und ist vor allem mit der Regierung zusammen für die Außenpolitik zuständig.

AFP

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