Trump, Biden und die Außenseiter

US-Wahl 2020: Vier Kandidaten wollen im November Präsident werden

  • Luisa Billmayer
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Bei der US-Wahl im November 2020 treten vier Präsidentschaftskandidaten an. Doch nicht alle haben eine realistische Chance auf den Einzug ins Weiße Haus.

  • Bei der US-Wahl 2020 stehen zwei Kandidaten im Mittelpunkt - Donald Trump und Joe Biden.
  • Zwei weitere US-Präsidentschaftskandidaten gehen mit geringen Erfolgsaussichten ins Rennen.
  • Trump war der älteste Präsident bei Amtsantritt, doch Biden wäre bei einem Wahlsieg noch älter.

Washington - Im Herbst könnte sich die politische Lage in den Vereinigten Staaten verändern. Am3. November 2020 findet die US-Präsidentschaftswahl 2020 statt und es wird sich entscheiden, ob der jetzige US-Präsident Donald Trump seinen Platz im Oval Office verteidigen kann oder räumen muss. 

In der Präsidentschaftswahl, die mit den Vorwahlen beginnt und erst mit der Amtseinführung beendet ist, treten vier Kandidaten an. Den derzeitigen Amtsinhaber Donald Trump (Republikanische Partei) fordert Joe Biden von der Demokratischen Partei heraus. Neben den Favoriten Trump und Biden, die laut Umfragen die besten Chancen haben, treten auch Rocky De La Fuente als zweiter Kandidat der Republikaner und Jo Jorgensen als Kandidatin der Libertären Partei an.

Präsidentschaftskandidaten der US-Wahl 2020: Amtsinhaber Donald Trump

2016 begann Donald Trumps Karriere als amerikanischer Präsident. Unter dem Wahlkampfslogan „Make America Great Again“ setzte er sich gegen Hilary Clinton, Ehefrau des früheren Präsidenten Bill Clinton, durch. Er sicherte sich trotz und gerade wegen seines simplen Sprachstils und populistischen Äußerungen das Amt und wurde der 45. Präsidenten der USA. Er ist der erste amerikanische Präsident, der ohne vorheriges politisches Amt oder militärischen Rang in das Weiße Haus einzog. Mit einem Alter von 70 Jahren ist er außerdem der zu Amtseintritt älteste US-Präsident.

Trump wurde am 14. Juni 1946 in Queens, einem Stadtteil New Yorks geboren. Als Sohn des Unternehmers Fred C. Trump, der durch Immobiliengeschäfte in New York Multimillionär wurde, konnte Donald Trump das Unternehmen des Vaters übernehmen und weiter ausbauen. Trump selbst erklärte, dass er über ein Vermögen von über 10 Milliarden US-Dollar verfüge. In den USA erlangte der heutige Präsident durch die Reality-Show „The Apprentice“ Bekanntheit. Auch in vielen TV-Serien und Filmen wirkte er mit.

Donald Trump will sein Amt in der US-Wahl 2020 verteidigen

Trumps Präsidentschaft gleicht einer Aneinanderreihung von Skandalen. Rassistische und sexistische Aussagen, Islamfeindlichkeit und Populismus prägen sein Auftreten. Seine Ansichten verbreitet er impulsiv und fast stündlich auf Twitter. Dabei teilt Trump neben politischen Gegnern auch gegen die Medien aus, denen er stets unterstellt „Fake News“ zu produzieren.

Dabei wurde Donald Trump selbst von seinem liebsten sozialen Medium dafür gerügt, Falschnachrichten zu verbreiten. Twitter drosselte Trumps Reichweite, da befürchtet wurde, dass der US-Präsident Fehlinformationen teilte. Doch Kritik und sogar ein Amtsenthebungsverfahren konnten dem 74-Jährigen nichts anhaben- und so tritt Donald Trump im November erneut für die Republikanische Partei an. Diesmal mit dem Slogan: „Keep America Great!“ 

Donald Trump steht für einekonservative Politik, deren Ziel es ist, Amerika aus internationalen Beziehungen zurückzuziehen und die liberale Wirtschaft zu stärken. Strukturelle Unterschiede durch Rassismus oder Sexismus gelten als kein großes Problem, sondern als gerechtfertigt. Mike Pence tritt als Trumps Vizepräsidentschaftskandidat an.

Präsidentschaftskandidaten der US-Wahl 2020: Joe Biden - Herausforderer der Demokraten

Die Demokraten schicken den Kandidaten Joe Biden in das Rennen um das Oval Office. Nach vier Jahren einer republikanischen Regierung soll der 77-Jährige das Amt für die demokratische Partei zurückgewinnen. Bidens politische Karriere begann bereits 1970, als er ein Mandat im Rat des New Castle County erlangte. 1988 versuchte Biden Präsidentschaftskandidat zu werden, wegen Plagiatsvorwürfen zog er seine Kandidatur zurück. Auch 2008 trat er an. Er konnte sich zwar in den Vorwahlen erneut nicht als Präsidentschaftskandidat durchsetzen, jedoch machte Barack Obama Biden zum Vizepräsidentschaftskandidaten. Durch den Sieg Obamas wurde er Vizepräsident der USA.

Joe Biden wurde am 20. November 1942 in Scranton, Pennsylvania geboren. Er studierte zunächst Geschichte und Politikwissenschaft. Später schrieb er sich am College of Law der Syracuse University ein und schloss ein Jura-Studium mit dem akademischen Grad Juris Doctor ab. Er arbeitete als Anwalt und lehrte später Verfassungsrecht.

Joe Biden will sich durch liberale Haltung als Kandidat durchsetzen

Joe Biden setzt auf Themen wie Diversität und die Stärkung von Minderheiten. Vor allem für Afroamerikaner verspricht er positive Veränderungen. Wie aus einem Instagram-Post seines offiziellen Kanals hervorgeht, plant Biden unter anderem die Einkommensunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen auszugleichen, das Gesundheitssystem zu verbessern und den Zugang zu Bildung zu vereinfachen.

Im Zuge der Wahlkampfkampagne schmücken Slogans wie „Wir wählen Hoffnung statt Angst“, „Wir wählen Wahrheit statt Lügen“ und „Wir wählen Einheit statt Spaltung“ Bidens Instagram-Seite. In den Vorwahlen setzte er sich gegen die anderen Kandidaten der demokratischen Parteien durch. So ließ er auch Bernie Sanders, der als linker Mann der Demokraten gilt, hinter sich.

Obwohl Joe Biden sich Menschen mit wenigen Privilegien einsetzt, gilt er selbst als Teil des typischen amerikanischen Establishments. Durch Jura-Studium und eine lange politische Karriere entspricht er dem Feindbild, das Donald Trump schärfte, was Biden zum Verhängnis werden könnte. 

Rocky de la Fuente und Jo Jorgensen: Underdog-Präsidentschaftskandidaten 2020

Neben Donald Trump und Joe Biden wollen noch zwei weitere Kandidaten bei der US-Wahl 2020 ihr Glück versuchen. Auch wenn das Mehrheitswahlsystem der Vereinigten Staaten einen Sieg sehr unwahrscheinlich macht, treten Rocky de la Fuente und Jo Jorgensen an.

Rocky de la Fuente ist ein mexikanisch-amerikanischer Geschäftsmann und Politiker und tritt wie Donald Trump für die Republikaner ein. Unter dem Slogan  „The Choice for Change!“ setzt sich der 65-Jährige für eine Verbesserung des Gesundheitssystems ein. Auch eine Reform der Migrationspolitik bewirbt de la Fuente. Auf seiner Website betont er die Relevanz von Einwanderung für die USA vor dem Hintergrund der amerikanischen Geschichte. Migration, vor allem von Menschen aus Südamerika, müsse so reguliert werden, dass die Vereinigten Staaten nicht ihre Werte verlieren.

Jo Jorgensen: Eine Frau tritt bei der US-Wahl 2020 für die Libertäre Partei an

Das amerikanische Wahlsystem führt auch dazu, dass kleine Parteien kaum eine Chance haben, mit ihren Kandidaten Wahlen zu gewinnen. Dennoch tritt Jo Jorgensen für die Libertäre Partei an. Die Gruppierung vertritt Liberalismus im wirtschaftlichen Bereich und strebt ein System an, das die Wirtschaft lediglich dem freien Markt und nicht staatlichen Regulierungen unterwirft.

Laut ihrer Kampagnenwebsite steht die Präsidentschaftskandidatin Jorgensen dafür ein, Steuern zu reduzieren. Außenpolitisch strebt die 63-jährige Doktorin der Psychologie einen neutralen Staat an. Als Vorbild nennt Jorgensen die Schweiz, welche zwar bewaffnet aber unparteiisch ist. Auf Instagram präsentiert Jorgensen sich als gute Alternative zu Trump und Biden. Sie nutzt Memes, scherzhafte Comics, um ihre Position zu stützen. (lb)

Rubriklistenbild: © Collage: picture alliance/dpa / Evan Vucci + picture alliance/dpa / Michael Brochstein

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