Geschäftsinhaber fürchten Bankrott

Presse: Alkoholbann in der Türkei wird ignoriert

Ankara - Das neu eingeführte nächtliche Verkaufsverbot für Alkohol in der Türkei wird nach einem Bericht der Zeitung "Hürriyet" nicht eingehalten.

Im südtürkischen Antalya umgehen Ladenbesitzer den Bann durch eine Direktlieferung an die Kunden, wie die Zeitung am Donnerstag meldete. "Hürriyet" berichtete, ausgewählte Kunden würden auch nach dem Beginn des Verkaufsverbots um 22 Uhr auf diese Weise noch bedient. Das Blatt zitierte Geschäftsinhaber in Antalya mit der Aussage, dass eine strikte Einhaltung des Gesetzes für sie im Bankrott münden würde. Nach dem Gesetz, das am Montag in Kraft trat, dürfen Geschäfte und Supermärkte zwischen 22 Uhr abends und sechs Uhr morgens keinen Alkohol mehr verkaufen. Zudem sollen alkoholische Getränke in Geschäften durch Sichtblenden verborgen werden.

Das Gesetz enthält auch ein Werbeverbot für Alkohol; bei Musikfestivals und anderen Veranstaltungen dürfen Alkoholfirmen nicht mehr als Sponsoren auftreten. In Parks und auf offener Straße darf kein Alkohol mehr getrunken werden. Die islamisch geprägte Regierung in Ankara begründete die Einschränkungen mit dem Hinweis auf die Gesundheitsgefährdung durch Alkohol und den Jugendschutz. Die Opposition wirft der Regierung jedoch vor, sie wolle allen Türken einen islamisch-konservativen Lebensstil aufzwingen.

Promillegrenzen im EU-Ausland

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afp

Rubriklistenbild: © dpa

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