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Ex-Bundespräsident Christian Wulff.

Kein Bedarf für strengere Regeln

Presserat weist Wulff-Forderung zurück

Berlin - Der Deutsche Presserat hat Forderungen von Ex-Bundespräsident Christian Wulff nach einem strengeren Pressekodex zurückgewiesen.

Für eine Änderung bestehe kein Anlass, die bestehenden Regeln reichten völlig aus, sagte Arno Weyand vom Presserat am Montag der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Wulff hätte sich jederzeit beim Selbstkontrollgremium der Presse über Berichte zu seiner Person beschweren können.

Wulff war 2012 nach einer durch Medienberichte ausgelösten Affäre über die angebliche Annahme von Vorteilen als Bundespräsident zurückgetreten. Ein Korruptionsprozess in Hannover endete mit einem rechtsgültigen Freispruch für Wulff. In einem „Spiegel“-Interview fordert der 55-Jährige eine Überarbeitung der Presserats-Regularien, Auswüchse in der Berichterstattung ließen sich so im Interesse des Ganzen strenger ahnden.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hält Wulffs Kritik ebenfalls für unbegründet. In der Demokratie müssten Medien ihre Rolle als Wächter wahrnehmen, erklärte der DJV-Vorsitzende Michael Konken. Ob sich Wulff durch zunächst ungeklärte Kreditgeschäfte möglicherweise in Abhängigkeit begeben habe, sei für die Öffentlichkeit von Belang gewesen. „Wer daraus im Nachhinein ein Meinungskartell konstruiert, hat die Wirklichkeit aus dem Blick verloren“, sagte Konken. Die Medien hätten sich auch selbstkritisch mit eigenen Übertreibungen auseinandergesetzt.

dpa

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