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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird von Bundeskanzlerin Angela Merkel beglückwünscht.

Internationale Reaktionen

„Rückschlag für Merkel“: Pressestimmen zur Bundespräsidentenwahl

Berlin - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erhält weltweit in Kommentaren und Schlagzeilen Zuspruch - viele Zeitungen sehen in dem Sieg auch einen wachsenden Druck auf Kanzlerin Merkel.

Zeitungen auf der ganzen Welt haben am Montag die Wahl von Frank-Walter Steinmeier zum nächsten Bundespräsidenten kommentiert. Das Ergebnis überraschte wenige, stieß aber auf viel Zuspruch. Einige Zeitungen betonten auch die hohen Ansprüche an das Amt in unruhigen Zeiten. Doch Kommentatoren sahen in dem Sieg des Sozialdemokraten auch einen Rückschlag für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Vor allem die Rolle des Bundespräsidenten angesichts des wachsenden Populismus in Europa und den USA sowie schwieriger internationaler Partner wurde betont. „Beliebter Politiker soll Deutschlands moralische Fahne hochhalten“, titelte die dänische Nachrichtenagentur Ritzau. Die dänische Zeitung Politiken schrieb: „Deutschland hat einen pragmatischen Präsidenten ohne Respekt für Trump bekommen.“

Bundespräsident Steinmeier steht für friedliche Lösungen

Steinmeier bekam unter anderem wegen seiner Erfahrung als Außenminister viel Zuspruch. „Frank-Walter Steinmeier wurde in den letzten Jahren zum Symbol für die Außenpolitik der Großen Koalition in Deutschland“, schrieb die liberale lettische Tageszeitung Diena. „Bei Meinungsverschiedenheiten und Konflikten hat er sich immer für den friedlichen Lösungsweg eingesetzt.“

Doch einige Zeitungen kritisierten den Sozialdemokraten auch: „Im Vergleich zu seinen Vorgängern wirkt Steinmeier wie ein pflichtgetreuer Staatsbeamter“, schrieb die konservative tschechische Zeitung Lidove noviny. „Vielleicht spiegelt das wider, dass Deutschland bei seiner Suche nach einer neuen, emanzipierteren Rolle im post-amerikanischen Europa niemanden braucht, der es an unangenehme Dinge erinnern könnte.“ Die niederländischen Zeitung NRC Handelsblad mahnte: Steinmeier „muss einigen Abstand zur Tagespolitik wahren.“

Video: Steinmeier schießt gleich mal gegen Trump

Bundespräsidentenwahl 2017: Problem für Kanzlerin Merkel

Einige Zeitungen verbuchten die Wahl als Sieg für die SPD - und als Problem für die Bundeskanzlerin. „Angela Merkel, unter Druck von Rechtsaußen, steht nun einer wachsenden Linken gegenüber“, titelte die New York Times. „Obwohl der Bundespräsident über der Parteipolitik steht, ist Steinmeier (...) womöglich ein Segen für seine Partei.“ Die Times in London nannte den Sieg Steinmeiers einen „neuen Rückschlag für Merkel“.

Die italienische TageszeitungCorriere della Sera schreibt: „Die Wahl unterstreicht für die Deutschen die Bedeutung der SPD, die der Kanzlerin die Wiederbestätigung bei den Wahlen im Herbst streitig macht.“ Die linksliberale Madrider Zeitung El Pais nennt den Sieg Steinmeiers sowie die Ernennung von Martin Schulz zum Kanzlerkandidaten einen doppelten „Sieg des Verlierers Sigmar Gabriel“.

Lesen Sie hier den Kommentar des Münchner Merkurs„Der richtige Kompass“.

dpa/Video: snacktv

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