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„Putins Koch“ Prigoschin überrascht mit „Geständnis“ zu Russlands Schatten-Armee

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Von: Franziska Schwarz

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Der auch als „Putins Koch“ bekannte russische Geschäftsmann Jewgeni Prigoschin im Jahr 2016 in St. Petersburg
Auch als „Putins Koch“ bekannt: Jewgeni Prigoschin (Archivbild von 2016) © ITAR-TASS/Imago

Der russische Oligarch Prigoschin gilt als Vertrauter von Kremlchef Putin und Kommandeur der berüchtigten Söldnergruppe Wagner. Nun bekennt sich der 61-Jährige.

Moskau - Jewgeni Prigoschin werden enge Verbindungen zu Putin nachgesagt. Nun hat sich der russische Unternehmer zur Gründung der Söldner-Truppe Wagner bekannt - und deren Einsätze in Ländern in Europa, Nahost und Afrika bestätigt. Er habe die Gruppe im Mai 2014 gegründet, um Kämpfer in den ukrainischen Donbass zu schicken, erklärte Prigoschin in einer Mitteilung seines Unternehmens.

Ab diesem Zeitpunkt sei „eine Gruppe von Patrioten“ geboren, die „später den Namen bataillonstaktische Gruppe Wagner“ erhalten habe. Prigoschin erklärte weiter: „Und nun ein Geständnis (...) diese Jungs, Helden, haben das syrische Volk verteidigt, andere Völker in arabischen Ländern, die Benachteiligten in Afrika und Lateinamerika, sie sind zu einer Säule unseres Vaterlandes geworden.“

Die paramilitärische Wagner-Gruppe steht seit Jahren im Verdacht, an verschiedenen Konfliktschauplätzen im Verborgenen für den Kreml zu arbeiten. Moskau hat dies stets bestritten und jegliche Verbindung mit paramilitärischen Gruppen verneint. Prigoschin selbst war eine Zeit lang einer der Lieferanten der Küchen im Kreml, was ihm den Spitznamen „Putins Koch“ einbrachte.

Spekulationen um „Putins Koch“ Prigoschin: Sägt er an Putins Stuhl?

In Russland kursieren seit Wochen Berichte, dass Prigoschin ohne Rechtsgrundlage Gefangene in Straflagern für den Krieg in der Ukraine anwerbe - wegen russischen Personalmangels an der Front in der Ukraine

Für noch mehr Spekulationen rund um Prigoschin sorgte vor wenigen Tagen ein aktuelles Video mit Prigoschin - für den Wagner-Kommandeur lange Zeit eine Seltenheit. Es zeigt ihn, wie er offenbar eine Lagebesprechung mit Militärs abhält.

Christo Grozev vom internationalen Recherchenetzwerk Bellingcat schrieb zu dem Video, Prigoschin veröffentliche weiter Material, das ihn als Oberbefehlshaber zeige. Und: „Wagner-Leute haben mir erzählt, sie würden ihn jederzeit gegenüber Putin vorziehen, und es sieht aus, als hätte er Blut geleckt.“ Denn: Wladimir Putin muss aktuell Erfolge der Gegenoffensive der Ukraine hinnehmen.

Machtkampf zwischen Putin und Prigoschin? „Könnte ein interessantes Spiel werden“

Eine Konfrontation der beiden Männer hielt daher auch Anders Östlund vom Center for European Politics Analysis (CEPA) für möglich. Prigoschin hätte seine Wagner-Söldner hinter sich, Putin die Nationalgarde. Es stelle sich, die Frage, auf welcher Seite Geheimdienst, Auslandsnachrichtendienst oder Militär-Nachrichtendienst dann stünden: „Das könnte ein interessantes Spiel werden, nach Russlands Niederlage in der Ukraine.“ (frs mit Material von AFP und dpa)

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