+
Asylbewerber warten im "Ankunftszentrum für Flüchtlinge" im hessischen Gießen. Foto: Boris Roessler

Schwankende Quoten

Pro Asyl sieht politische Motive hinter Asyl-Anerkennung

Berlin - Warum werden Asylanträge aus Afghanistan und anderen Ländern immer öfter abgelehnt? Pro Asyl hält dies für politisch motiviert. Denn die Sicherheitslage habe sich nicht verbessert, sondern verschlechtert.

Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl vermutet hinter sinkenden Anerkennungsquoten von Asylbewerbern die Einflussnahme des Bundesinnenministeriums.

"Es drängt sich der Verdacht auf, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge bei der Anerkennung von Syrern, Eritreern, Irakern und Afghanen Vorgaben des Bundesinnenministeriums folgt", sagte der Geschäftsführer Günter Burkhardt der Zeitung "Die Welt". Das Ministerium wies die Vorwürfe als falsch zurück.

Pro Asyl kritisierte, die Anerkennungsquoten bei den Hauptherkunftsländern Syrien, Afghanistan, Irak und Eritrea befänden sich im freien Fall. Die Gesamtschutzquote von Afghanen sei von rund 80 Prozent auf unter 50 Prozent gesunken, obwohl sich die Sicherheitslage in dem Land verschlechtert habe. "Es gibt mehr Binnenvertriebene, Tote und Verletzte, daher ist nicht erklärbar, wieso die Anerkennungsquoten so drastisch sinken", sagte Burkhardt.

Syrer und Eritreer hätten im vergangenen Jahr fast immer Flüchtlingsschutz nach der Genfer Konvention erhalten. Im laufenden Jahr erhielten sie zunehmend den schwächeren subsidiären Schutz, bei dem kein Familiennachzug vorgesehen sei, kritisierte Pro Asyl.

Der Sprecher des BMI, Johannes Dimroth, sagte dazu: "Es gibt keine veränderte Entscheidungspraxis." Ausschlaggebend sei, was jeder einzelne Antragsteller als Schutzgrund angebe.

dpa

Asylgeschäftsstatistik 2016, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Pentagon-Chef unterstreicht Vebundenheit mit Nato
Vor seiner Amtsübernahme stellte US-Präsident Donald Trump die Nato infrage. Sein Verteidigungsminister zieht das schnell grade.
Pentagon-Chef unterstreicht Vebundenheit mit Nato
Flüchtlinge sehnen sich nach "echten sozialen Kontakten"
München - Was brennt Flüchtlingen in Deutschland auf der Seele? Das sollten die Forscher der Robert-Bosch-Stiftung herausfinden. Ein Ergebnis: Viele Flüchtlinge …
Flüchtlinge sehnen sich nach "echten sozialen Kontakten"
Seehofer wird Wahlkämpfer in Nordrhein-Westfalen
München - Obwohl es zwischen CDU und CSU in der Flüchtlingspolitik häufig klemmt, holt der Chef der NRW-CDU, Armin Laschet, den bayerischen Ministerpräsidenten als …
Seehofer wird Wahlkämpfer in Nordrhein-Westfalen
"Bild": BKA warnt vor möglichen Anschlägen mit Chemikalien
Berlin (dpa) - Bundesregierung und Bundeskriminalamt (BKA) warnen nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung vor der Gefahr von möglichen Terroranschlägen mit Chemikalien. …
"Bild": BKA warnt vor möglichen Anschlägen mit Chemikalien

Kommentare