Problem mit "Macho-Kultur"

- Wiesbaden - Es sind bedrückende Fakten. BKA-Präsident Jörg Ziercke hat sich entschlossen, Klartext zu reden: Ausländische Jugendliche sind vier Mal häufiger in Raubstraftaten verwickelt als ihre deutschen Altersgenossen, drei Mal häufiger fallen sie in den Polizeistatistiken mit Gewalttaten auf.

Diese Daten alleine könnten die Polizeiexperten bei der soeben zu Ende gegangenen BKA-Herbsttagung noch nicht aus der Ruhe bringen. Ihnen geht es aber um die gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen es in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren zu 48 so genannten Ehrenmorden gekommen ist. Wächst dort in Zukunft hausgemachter islamistischer Terror?

Die Polizei hat sich auf das Minenfeld der politischen Korrektheit vorgewagt, der Hinweis auf die große Mehrheit der rechtstreuen Einwanderer fehlt folgerichtig in keinem Statement. Dass Zuwanderer häufig Opfer von Kriminalität - speziell von Rechtsextremen - werden, liegt auch für das BKA auf der Hand, ist in den Opferstatistiken aber nicht nachzuweisen. Dort wird nur nach In- und Ausländern, nicht aber nach der auf der Straße viel wichtigeren Haut- und Haarfarbe unterschieden.

In Wiesbaden war es Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU), der daran erinnerte, dass es derzeit so wenig Einwanderung nach Deutschland gibt wie lange nicht mehr. Hauptaufgabe sei daher die Integration und nicht die Abwehr einer "gefühlten Migration". Nach jüngsten Erhebungen hat fast jeder fünfte Mensch in Deutschland einen Migrationshintergrund, bei den unter 20-Jährigen bald die Mehrheit.

Polizisten müssen sich mit den Problemgruppen befassen. Deshalb findet bei der BKA-Tagung der Kriminologe Christian Pfeiffer aus Hannover viel Gehör, der sagt: "Das Problem sind die jungen Türken." Bei seiner Langzeitstudie zu Jugendgewalt in elf deutschen Großstädten hat er etwa in Stuttgart festgestellt, dass dort die Türken 12,7 Prozent der Befragten, 14,4 Prozent der Opfer, aber 44,3 Prozent der Täter stellten. Häufiger als alle anderen seien sie zuvor Opfer schwerer innerfamiliärer Gewalt geworden: 33,1 Prozent wurden als Kind körperlich gezüchtigt. Und sie akzeptieren Gewalt als Teil von Männlichkeit.

An der Macho-Kultur unter Türken wird sich so schnell nichts ändern, fürchtet die Buchautorin Necla Kelek. Ein wichtiger Grund seien die zahlreichen jungen Mädchen, die von den traditionsverhafteten Familien als Bräute aus der Türkei importiert werden und den dort erlernten Lebensstil an ihre Kinder weitergeben. "Sie können kaum etwas zur Integration ihrer Kinder beitragen, die dann erst in der Schule erstmals mit Deutschen zusammenkommen." Hierbei handele es sich um legale Einwanderung, die dennoch zum Scheitern verurteilt sei.

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