+
Der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk hat seine Mehrheit im Parlament verloren. Foto: Sergey Dolzhenko

Von Regierungschef Jazenjuk

Proeuropäische Koalition in der Ukraine verliert Mehrheit

Kiew - Die proeuropäische Koalition des ukrainischen Regierungschefs Arseni Jazenjuk hat ihre Mehrheit im Parlament verloren. Die Fraktion der Partei Samopomitsch (Selbsthilfe) erklärte ihren Austritt aus dem Bündnis.

Fraktionschef Oleg Beresjuk warf der Führung um Jazenjuk Vetternwirtschaft und Korruption vor.

Ohne eigene Mehrheit steht Jazenjuk vor dem Aus. Wenn sich innerhalb von 30 Tagen keine neue Regierungsmehrheit bildet, werden vorgezogene Neuwahlen möglich. Die Koalition besteht seit Ende 2014.

Jazenjuk gab sich in einer ersten Reaktion kämpferisch. "Wir werden nicht zulassen, dass das Land in einem Strudel von Instabilität und Chaos versinkt", sagte er. Jazenjuk kritisierte, dass Samopomitsch sich damit aus der politischen Verantwortung ziehe.

Samopomitsch warb für einen Neuanfang. Die Politik des Landes müsse sich von der Macht der Oligarchen lösen, sagte Beresjuk.

Der Schritt von Samopomitsch war erwartet worden. Sie ist bereits die dritte Partei, die der Führung Jazenjuk den Rücken kehrt. Am Mittwoch hatte die Vaterlandspartei von Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko die Koalition verlassen. Im September hatte bereits die Radikale Partei die Regierung verlassen.

dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Trump: „Habe kein Problem mit Deutschland, aber...“
Die Staats- und Regierungschefs der führenden Industrienationen tagen an diesem Wochenende in Italien. Wir begleiten den G7-Gipfel 2017 im Ticker. 
Trump: „Habe kein Problem mit Deutschland, aber...“
Mindestens 23 Tote bei Angriff auf Bus mit Christen 
In Ägypten sind 23 Menschen bei einem Angriff auf einen Bus getötet worden. Wer hinter dem Anschlag steckt, ist derzeit noch unklar.
Mindestens 23 Tote bei Angriff auf Bus mit Christen 
Schulz kritisiert Trumps Umgang mit Deutschland und Europa
Die Kanzlerin hatte ihren großen Auftritt beim Kirchentag - gemeinsam mit Ex-US-Präsident Obama vor dem Brandenburger Tor. Einen Tag später ist nun Martin Schulz dran. …
Schulz kritisiert Trumps Umgang mit Deutschland und Europa
Ermittler in Manchester durchleuchten Terrornetzwerk
Die höchste Terrorwarnstufe in Großbritannien gilt vorerst weiter. Es gibt Informationen zu den Verdächtigen, aber - soweit bekannt - noch keine Durchbrüche. 
Ermittler in Manchester durchleuchten Terrornetzwerk

Kommentare