Landtagswahlen in Deutschland

Wahl-Umfragen prognostizieren: CDU droht am Sonntag eine Erschütterung

  • Maximilian Kettenbach
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Die Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz an diesem Sonntag bilden den Auftakt in das Superwahljahr 2021 und werden voraussichtlich die CDU weiter ins Wanken bringen.

Die schwersten Tage der jüngeren Vergangenheit liegen nicht hinter der CDU - sie liegen, aller Voraussicht nach, noch vor ihr. Masken-Affäre, Impf-Verfehlungen, nun das Test-Chaos und die für immer mehr Menschen in Deutschland undurchsichtigen Corona-Pläne der Bundesregierung und Länder - die Fehler und Pannen aus Berlin dürften schwerwiegende Folgen haben für die am Sonntag anstehenden Wahlen in Deutschland.

Umfragen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz prognostizieren: Der CDU droht ein Wahl-Desaster am Sonntag

Das geringste Beben ist noch vom Ausgang der Kommunalwahlen in Hessen zu erwarten, doch die Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz dürften für das Adenauerhaus um den neuen CDU-Parteichef Armin Laschet zur ersten harten Probe im Superwahljahr 2021 werden. Allem Zweckoptimismus zum Trotz erwarten laut dpa selbst die Strategen in der Parteizentrale für diesen Sonntag zwei Niederlagen. Obwohl die CDU in Rheinland-Pfalz monatelang vor der SPD lag, konnte die amtierende Ministerpräsidentin Malu Dreyer erst in den vergangenen Wochen aufholen - und dann überholen. Die SPD liegt laut jüngster Erhebungen bei 32 bis 33 Prozent, die CDU bei 29. Verglichen mit dem Ergebnis von 2016 (SPD: 36,2; CDU: 31,8) sackten beide etwas ab. Doch die Tendenz spricht ganz klar für die Sozialdemokraten. Dank starker Grüner und Liberaler dürfte Dreyer ihr Ampelbündnis fortsetzen können - ohne die CDU.

Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), und der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann (Bündnis 90 / Die Grünen) vor der Sitzung.

In Baden-Württemberg wiederum hat Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann so schlechte persönliche Umfragewerte, dass der Ministerpräsident von den Grünen, Winfried Kretschmann, als einziger akzeptabler Konservativer im Südwesten gilt. Und das zeigen auch die Umfragen. Kretschmann liegt vor dem Sonntag bei rund 32 bis 35 Prozent, die CDU bei 24 bis 23. Zum Vergleich auch hier: 2016 holten die Grünen noch 30,3 Prozent, die CDU 27. Auch in BaWü ist die Ampelkoalition möglich, es wäre für die CDU in ihrem einstigen Stammland ein Debakel.

Umfrage-Debakel für die CDU vor den Wahlen in Deutschland: Muss die Union nun eher die K-Frage klären?

Für die CDU steht dabei weit mehr auf dem Spiel als zwei verlorene Landtagswahlen. Seit dem durch die Corona-Krise verursachten Hoch Anfang und Mitte 2020 geht es mit der Beliebtheit der Union steil bergab. Zwar sind die Parteien auf Bundesebene den Umfragen zufolge meilenweit von einer grün-rot-gelben Mehrheit entfernt. Dennoch darf man die Signale aus den Ländern nicht unterschätzen. Im Superwahljahr 2017 erhielt die Union den Schub durch drei gewonnene Landtagswahlen im Saarland, in Schleswig-Holstein und in NRW.

Nun droht der CDU eine Abwärtsspirale und eine Frage wird wohl immer drängender: Wer führt die Union als Kanzlerkandidat in den Bundestagswahlkampf? Eine Entscheidung, ob es CDU-Chef Laschet oder der in den Umfragen deutlich beliebtere CSU-Chef Markus Söder macht, soll offenbar zwischen Ostern und Pfingsten fallen. Doch jeder Tag ohne Klarheit und mit gegenseitigen Sticheleien wird der Union voraussichtlich schaden. Wie lange sie sich dieses Vakuum leisten will und kann, dürften die Reaktionen auf die Wahlen in den kommenden Tagen zeigen.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka

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