Bis Ende 2015

Prognose: Noch 36.000 Flüchtlinge für Brandenburg

Diese Jahr erwartet Brandenburg 36 000 Flüchtlinge - und nächstes Jahr sollen noch mehr kommen. Angesichts solcher Zahlen reagiert Ministerpräsident Woidke entrüstet auf Forderungen, das Land solle auch noch Flüchtlinge aus Berlin aufnehmen.

Brandenburg erwartet in diesem Jahr rund 36 000 Flüchtlinge - rund fünfmal so viele wie im Vorjahr. Dies ergebe sich aus einer Hochrechnung der Zahlen seit der Grenzöffnung Anfang September, sagte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) am Montag in Potsdam. Allein seit September seien mehr als 18 000 Asylbewerber ins Land gekommen. Für das kommende Jahr rechnet Schröter mit 40 000 Neuankömmlingen. Er äußerte sich nach einer Konferenz der Landesregierung mit Oberbürgermeistern und Landräten.

Ebenso wie die kommunalen Vertreter forderte Finanzminister Christian Görke (Linke), der Bund müsse seinen Beitrag zur Unterbringung und Integration der Flüchtlinge deutlich erhöhen. Görke erwartet, dass sich die Kosten dafür in Brandenburg von rund 370 Millionen Euro dieses Jahr auf 700 Millionen Euro im kommenden Jahr knapp verdoppeln werden. Nachdem zunächst die Unterbringung der Menschen im Vordergrund stand, rechnet die Landesregierung für das kommende Jahr zusätzlich mit hohen Kosten für die Integration der Menschen in den Arbeitsmarkt und in die Schulen.

„Wenn der Bund nicht deutlich nachbessert, ist zu wenig Geld im System“, sagte der Landrat von Potsdam-Mittelmark, Wolfgang Blasig (SPD). Dies müsse die Landesregierung beim Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag deutlich machen. „Wir erwarten aber auch, dass das Geld vom Bund an die Kommunen weitergeleitet wird“, unterstrich die Oberbürgermeisterin von Brandenburg/Havel, Dietlind Tiemann (CDU). Von einer ersten Tranche des Bundes in Höhe von 30 Millionen Euro hatte die Landesregierung ein Viertel für die Versorgung in den Erstaufnahmen einbehalten.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Anschlag auf Militärparade im Iran: mindestens 24 Tote
Iranische Revolutionsgardisten halten eine Militärparade im Südwesten das Landes ab. Dann fallen Schüsse aus einem benachbarten Park. Der iranische Außenminister sieht …
Anschlag auf Militärparade im Iran: mindestens 24 Tote
Premierministerin May droht Ärger im britischen Kabinett
London (dpa) - Nach ihrer Abfuhr durch die EU auf dem informellen Gipfel in Salzburg droht der britischen Premierministerin Theresa May neuer Ärger.
Premierministerin May droht Ärger im britischen Kabinett
Koalitionsspitzen ringen im Fall Maaßen um Lösung
Die Causa Maaßen wird nochmals aufgerollt. Die Kanzlerin will eine Lösung noch am Wochenende - wohl auch, damit SPD-Chefin Nahles nicht noch mehr von ihren eigenen …
Koalitionsspitzen ringen im Fall Maaßen um Lösung
Angriff auf Militärparade im Iran: Zahl der Todesopfer steigt weiter
Iranische Revolutionsgarden halten eine Militärparade ab. Dann fallen Schüsse aus einem benachbarten Park, mehrere Menschen sterben. Wer steckt hinter dem Anschlag?
Angriff auf Militärparade im Iran: Zahl der Todesopfer steigt weiter

Kommentare