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Die Umsetzung des Prostituiertenschutzgesetzes läuft in Bayern nur schleppend an.

Anlaufschwierigkeiten

Die Prostituierten in Bayern haben ein großes Problem

Die Umsetzung des Prostituiertenschutzgesetzes läuft in Bayern nur schleppend an.

Nürnberg - „Das Gesetz kann unmöglich bis zum Ende des Jahres umgesetzt werden“, sagte Sandra Ittner von der Nürnberger Beratungsstelle Kassandra. „Die meisten Prostituierten konnten sich noch gar nicht anmelden.“ Auch das Sozialministerium räumt „eventuelle Anlaufschwierigkeiten“ ein.

Das Gesetz ist am 1. Juli 2017 bundesweit in Kraft getreten. Eigentlich sollten sich bis Ende des Jahres alle Prostituierten bei den Behörden angemeldet und beim Gesundheitsamt beraten lassen haben. „Zum Teil erzählen uns die Frauen, dass sie wieder weggeschickt wurden“, sagt Sandra Ittner. „Unser Eindruck ist, dass die Behörden selbst von dem Gesetz überfahren worden sind.“

Auch viele Prostituierte wissen bis heute nicht, was das Gesetz für sie bedeutet. „Das Gesetz ist sehr komplex und führt zur Verunsicherung“, sagt Michaela Fröhlich, Leiterin der Münchner Beratungsstelle Mimikry. Die Prostituierten befürchten, dass ihre Daten weitergereicht werden könnten. „Aus Angst vor einem Zwangsouting tauchen sicher einige ab.“ In der Illegalität werden die Frauen leicht zum Opfer von Gewalt oder Zwangsprostitution.

Das Gesetz bereitet selbst einigen Betreibern der Bordelle und Escort-Services Probleme. „Zum Ende des Jahres schließen die ersten Häuser“, sagt Sandra Ittner von der Beratungsstelle Kassandra. Die Bürokratie stelle eine zu große Hürde dar.

dpa

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