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Eklat bei G20-Treffen: Minister gehen, als Russlands Vertreter spricht – Lindner aber bleibt und gibt Kontra

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Von: Fabian Hartmann

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Beim Treffen der G20-Finanzminister verlassen mehrere Teilnehmer den Saal, als der russische Vertreter spricht. Lindner aber bleibt und widerspricht.

München – Der eskalierte Ukraine-Konflikt überschattet auch das Treffen der G20-Finanzminister in Washington. Dabei kam es am Mittwoch (20. April) zu einer Protestaktion: Als der russische Vertreter sich zu Wort meldete, verließen mehrere Teilnehmer, darunter US-Finanzministerin Janet Yellen, den Sitzungssaal. Andere Politiker und Zentralbankchefs, die virtuell teilnahmen, sollen ihre Kameras ausgeschaltet haben, wie verschiedene Nachrichtenagenturen berichten.

Ein – wenn auch nur symbolisches – Zeichen des Protests gegen den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Die kanadische Finanzministerin Chrystia Freeland, die ebenfalls aufstand und ging, schrieb auf dem Kurznachrichtendienst Twitter: „Die Demokratien der Welt werden bei Russlands anhaltender Aggression und anhaltenden Kriegsverbrechen nicht tatenlos zuschauen.“

G20-Treffen: Lindner hat Russland „entschieden widersprochen“

Ein wichtiger Politiker aber beteiligte sich nicht an dem Protest – Bundesfinanzminister Christian Lindner. Der FDP-Chef blieb im Saal. Allerdings, so berichtet es etwa der Bayerische Rundfunk, soll Lindner den russischen Ausführungen „entschieden widersprochen“ haben. Zuvor hatte der FDP-Chef seine Position bereits deutlich gemacht. „Wir werden Russland keine Bühne bieten, um Propaganda und Lügen zu verbreiten. Solchen Einlassungen russischer Vertreter muss entgegengetreten werden.“

Bundesfinanzminister Christian Lindner
Finanzminister Christian Lindner hat sich beim G20-Treffen offen gegen Russland gestellt © Michael Sohn/dpa

Beim Treffen in Washington sollte es um die globale makroökonomische Lage gehen. Statt wirtschaftlicher Erholung nach der Crorona-Pandemie sehen sich viele Staaten nun mit Inflationsrisiken, Materialmangel und unterbrochenen Lieferketten konfrontiert – vor allem der Krieg in der Ukraine ist es, der den Aufschwung ausbremst. „Die Verantwortung trägt allein Russland“, sagte Lindner. Allerdings: Auch im Kreis der G20-Staaten ist man sich keineswegs einig, wie mit Moskau umzugehen ist. Als die UN-Vollversammlung im März Russland zu einem Ende der Aggression aufgefordert hat, enthielten sich China, Indien und Südafrika – allesamt G20-Mitglieder.

G20-Treffen: Christian Lindner positiv auf Corona getestet

Dass es beim Treffen in Washington keine gemeinsame Abschlusserklärung geben wird, liegt damit fast auf der Hand. Für Linder wird der Flug in die USA auch in weiterer Hinsicht in Erinnerung bleiben – der FDP-Chef hat sich auf der Reise erstmals mit Corona infiziert. Das teilte der Politiker über seinen Twitter-Account mit.

Lindner schrieb, dass er nur „leichte und wieder abklingende Erkältungssymptome“ habe. Der FDP-Chef hat am Mittwoch an mehreren Veranstaltungen auf der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) teilgenommen. Mitarbeiter sagten, er sei davor und während der Tagung regelmäßig getestet worden.

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