+
Bei Protesten in Äthiopien sind mindestens 50 Menschen ums Leben gekommen.

"Systematische exzessive Gewalt"

Amnesty: Rund 100 Tote bei Demonstrationen in Äthiopien

Oromia - Bei Zusammenstößen zwischen regierungskritischen Demonstranten und der Polizei in Äthiopien sind nach Angaben von Amnesty International etwa 100 Demonstranten getötet worden.

Bei Demonstrationen gegen die Regierung in Äthiopien sind nach Angaben von Amnesty International etwa 100 Menschen ums Leben gekommen. Sicherheitskräfte seien in der Oromia-Region nahe der Hauptstadt Addis Abeba sowie in der nördlichen Amhara-Region mit scharfer Munition gegen die Demonstranten vorgegangen, berichtete die Menschenrechtsorganisation am Montag. Hunderte Demonstranten seien bei den Protesten am Wochenende verletzt worden, hieß es weiter.

"Sicherheitskräfte haben systematische exzessive Gewalt angewendet"

Tausende Demonstranten hätten politische Reformen sowie Unabhängigkeit für die Justiz gefordert. Allein in der Stadt Bahir Dar im Norden des Landes seien an einem Tag mindestens 30 Menschen getötet worden. „Die äthiopischen Sicherheitskräfte haben systematische exzessive Gewalt angewendet“, sagte eine AI-Mitarbeiterin. Sie sprach von „Verbrechen“, die Verantwortlichen müssten bestraft werden. Sie verlangte zudem die Freilassung von Inhaftierten.

In Oromia dauern die Proteste bereits seit Monaten an. Sie richten sich unter anderem gegen eine geplante Ausweitung der Stadtgrenzen von Addis Abeba. Kritiker fürchten, dass dies zu einer Benachteiligung der ländlich Bevölkerung in der Region führen würde. Äthiopien am Horn von Afrika gilt als einer der ärmsten Länder der Welt, es leben dort etwa 100 Million Menschen.  

dpa/AFP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Viele Muslime haben starke Bindung an ihr EU-Heimatland
Integration ist ein heißes Eisen. Die EU hat Einstellungen und Erfahrungen der zugewanderten Muslime in Europa untersuchen lassen. In Sachen Offenheit für Fremde ist für …
Viele Muslime haben starke Bindung an ihr EU-Heimatland
Dritter Tag der UN-Generaldebatte mit Auftritt Gabriels
New York (dpa) - Die Rede von Bundesaußenminister Sigmar Gabriel steht heute aus deutscher Sicht im Fokus der Generaldebatte der UN-Vollversammlung. Gabriel soll als 17. …
Dritter Tag der UN-Generaldebatte mit Auftritt Gabriels
Guttenberg wünscht sich das Ende der Großen Koalition
Der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat sich gegen eine erneute Große Koalition ausgesprochen. Am liebsten würde er mit der FDP koalieren, …
Guttenberg wünscht sich das Ende der Großen Koalition
Ruhani weist Trumps Kritik am Atomabkommen scharf zurück
Das Atomabkommen mit dem Iran dominiert den zweiten Tag der Generaldebatte der UN-Vollversammlung. Der Pakt gilt als historisch. Der Iran warnt die USA. Auch Deutschland …
Ruhani weist Trumps Kritik am Atomabkommen scharf zurück

Kommentare