+
Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan

Aktuelle Proteste

Erdogan vergleicht Brasilien mit Türkei

Ankara - Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sieht Brasilien als Opfer des gleichen Komplotts wie die Türkei. Gleichzeitig scheint er sich als Sieger zu fühlen.

„Diejenigen, die in der Türkei gescheitert sind, geben jetzt ihr Bestes in Brasilien“, sagte Erdogan am Samstag bei einer Rede vor Zehntausenden Anhängern in Samsun im Norden der Türkei. „Die Symbole sind die gleichen, die Plakate sind die gleichen, Twitter und Facebook sind die gleichen, die internationalen Medien sind die gleichen. Sie (die Proteste) werden vom gleichen Zentrum aus gesteuert“, sagte Erdogan.

Der Regierungschef reist zurzeit quer durch das Land, um seine Anhänger zu mobilisieren. In der Vergangenheit hatte er mehrfach behauptet, dass die seit Wochen andauernden Proteste in der Türkei von ausländischen Kräften organisiert seien, um seine Regierung zu schwächen. Unter ihnen befänden sich auch Banker und Medienanstalten, die der Türkei schaden wollten.

18-Jähriger bei Protesten in Brasilien getötet

Wütende Proteste in Brasilien

Die Proteste in Brasilien waren durch Preiserhöhungen im öffentlichen Nahverkehr ausgelöst worden. Ähnlich wie in der Türkei, wo der Anlass eine gewaltsame Auflösung einer friedlichen Demonstration von Umweltschützern war, nahmen sie aber schnell eine viel größere Dimension an. In der Türkei richteten sie sich vor allem gegen den von vielen als zunehmend autoritär wahrgenommen Führungsstil Erdogans, in Brasilien gegen soziale Ungleichheit, Korruption und hohe Steuern.

AP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Nach Präsidentenwahl in Kenia: Opposition legt Einspruch ein
Kenias Opposition will das Wahlergebnis von vor rund einer Woche nicht anerkennen. Die Computer seien manipuliert worden, lautet einer der Vorwürfe. 
Nach Präsidentenwahl in Kenia: Opposition legt Einspruch ein
Rechte „Identitäre“ in Barcelona nicht willkommen
Nach dem Terroranschlag von Barcelona marschierten Mitglieder der Identitären Bewegung in der Stadt auf. Passanten stellten sich den Rechten entgegen.
Rechte „Identitäre“ in Barcelona nicht willkommen
Terror-Fahrer von Barcelona war erst 17 und kündigte die Tat an
Sein Anschlag tötete 14 Menschen und wollte offenbar noch viel mehr treffen - über den Attentäter von Barcelona gibt es mittlerweile nähere Erkenntnisse.   
Terror-Fahrer von Barcelona war erst 17 und kündigte die Tat an
Merkel zu Erdogan: „Wir verbitten uns jede Art von Einmischung“
Der türkische Präsident Erdogan hat die türkischstämmigen Wähler zum Boykott bei der Bundestagswahl aufgerufen. Bundeskanzlerin Angela Merkel übt an der Einmischung …
Merkel zu Erdogan: „Wir verbitten uns jede Art von Einmischung“

Kommentare