Proteste gegen Festnahme von Ex-Armeechef

Colombo - Die Festnahme des früheren Armeechefs und unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Sarath Fonseka in Sri Lanka hat scharfe Proteste der Opposition ausgelöst.

Die Festnahme des früheren Armeechefs und unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Sarath Fonseka in Sri Lanka hat scharfe Proteste der Opposition ausgelöst. “Von unserem Standpunkt aus ist es eine Entführung“, sagte der Vorsitzende der marxistischen JVP, Somawansa Amarasinghe, am Dienstag. Fonseka sei von der Militärpolizei aus seinem Büro in der Hauptstadt Colombo abgeführt worden, während er Gespräche über die im April bevorstehende Parlamentswahl führte. Ein Regierungssprecher sagte, dem früheren Armeechef werde Geheimnisverrat vorgeworfen. Damit habe Fonseka, der vor ein Militärgericht gestellt werden soll, das Leben von Präsident Mahinda Rajapakse gefährdet.

Unterdessen löste Rajapakse am Dienstag im Vorfeld Wahl das Parlament auf. Die Maßnahme gelte ab Mitternacht, sagte ein Regierungssprecher in der Hauptstadt. Der Wahlleiter soll in den kommenden Tagen den konkreten Wahltermin festlegen.

Mindestens zehn politische Parteien kündigten für diesen Mittwoch in der Nähe des Verfassungsgerichts einen Sitzstreik gegen Fonsekas Festnahme an. Die Ehefrau des Ex-Armeechefs, Anoma Fonseka, sagte, sie habe ihren Ehemann bis Dienstagnachmittag nicht sehen und ihm seine Medizin nicht geben können. Sie habe das Internationale Komitee vom Roten Kreuz gebeten, zu intervenieren. Die Regierung teilte dagegen mit, der Familie sei ungehinderter Zugang zu Fonseka und medizinische Unterstützung gewährleistet worden. Fonseka leidet unter den Spätfolgen eines Anschlags der Tamilen-Rebellen der LTTE im April 2006, bei dem er schwer verletzt worden war.

Fonseka hatte die Armee im Kampf gegen die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) im vergangenen Jahr zum Sieg geführt. Rajapakse hatte ihn danach auf einen zeremoniellen Posten versetzt, woraufhin der General aus der Armee ausschied. Als Kandidat der Opposition war Fonseka bei der Präsidentschaftswahl vor zwei Wochen Amtsinhaber Rajapakse unterlegen. Nach der deutlichen Niederlage bei den Wahlen am 26. Januar warf Fonseka der Regierung Manipulationen vor und drohte, das Ergebnis vor Gericht anzufechten. Rajapakse hatte mit 58 Prozent der Stimmen deutlich vor Fonseka gelegen, der 40 Prozent verbuchen konnte. Seit dem Wahltag wurden mehr als 20 Mitarbeiter Fonsekas festgenommen.

dpa

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