Großalarm in Hamburg nach Explosion an S-Bahnhof

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Paramilitärische Einheiten der Polizei und Mitglieder einer Sondereinheit bringen 486 Verdächtige zu einem Gericht nahe einem Gefängnis bei Ankara. Foto: Burhan Ozbilici

Zuschauer fordern Todesstrafe

Prozessauftakt gegen 486 mutmaßliche Putschisten in Ankara

In der Türkei beginnt ein neuer Mammutprozess gegen mutmaßliche Putschisten. Sie werden von je zwei Polizisten ins Gericht geführt, aufgebrachte Demonstranten fordern bei ihrer Ankunft die Todesstrafe.

Ankara (dpa) - Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat in der Türkei ein neuer Mammutprozess gegen mutmaßliche Beteiligte des gescheiterten Militärputschs im Juli vergangenen Jahres begonnen.

486 Verdächtige müssen sich ab heute vor einem Gericht in der Provinz Ankara verantworten - darunter mehrere angebliche Drahtzieher der Aktion.

Die Männer sind unter anderem wegen des Versuchs angeklagt, die Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan zu stürzen. 45 Verdächtigen droht nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu eine mehrfache lebenslange Freiheitsstrafe.

Konkret geht es um die Ereignisse auf dem Luftwaffenstützpunkt Akinci - dem damaligen Hauptquartier der Aufständischen. Unter den Angeklagten ist auch der ehemalige Luftwaffenkommandeur Akin Öztürk, der verdächtigt wird, einer der Wortführer des Putschversuchs zu sein. Der Anklage zufolge wurde der türkische Generalstabschef Hulusi Akar während des Umsturzversuchs am 15. Juli 2016 als Geisel genommen und auf die Air Base gebracht.

Bei ihrer Ankunft wurden die Angeklagten, die jeweils hintereinander von zwei Polizisten ins Gerichtsgebäude geführt wurden, von einer wütenden Menge empfangen. Die Zuschauer riefen "Wir wollen die Todesstrafe", einige hielten Henkersknoten in die Luft. In der Türkei laufen bereits mehrere Prozesse gegen mutmaßliche Teilnehmer des Putschversuchs, bei dem mehr als 250 Menschen starben.

Unter den Beschuldigten sind nicht nur Militärangehörige. Angeklagt sind auch mußmaßlich wichtige Köpfe der Bewegung um den in den USA im Exil lebenden Prediger Fethullah Gülen, den die Türkei für den Putschversuch verantwortlich macht. Dieser bestreitet das. Gülen selbst wird in Abwesenheit der Prozess gemacht, ebenso wie Adil Öksüz, einem weiteren angeblichen Hintermann der Militäraktion.

Erdogan geht rigide gegen mögliche Gülen-Anhänger vor. Türkeiweit sitzen mehr als 50 000 Menschen im Gefängnis, denen Verbindungen zur Bewegung um den Kleriker vorgeworfen werden.

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