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Ist es möglich, dass US-Präsident Trump die Bundeswehr in den Syrien-Krieg drängt?

Nuklearmächte auf Konfrontationskurs

Pulverfass Syrien: Zieht uns US-Präsident Trump in den Krieg?

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Die Sorge vor einer direkten Konfrontation mit den Truppen von Wladimir Putin wird größer, seit Donald Trump Russland damit gedroht hat, dass ein Militärschlag bevorstehe.

Wie gefährlich ist diese Eskalation des Syrien-Krieges? Wir sprachen darüber mit dem Sicherheitspolitik-Experten der Bundeswehr-Uni in Neubiberg, Prof. Carlo Antonio Masala.

Erwarten Sie einen symbolischen Schlag oder droht ein massiveres Eingreifen des US-Militärs in Syrien?

Prof. Carlo Masala: Ich denke, es wird ein symbolischer Schlag sein – Trump wird ein paar Cruise Missiles losschicken, wie er es schon 2017 getan hat. Ich erkenne keinerlei Strategie der Regierung Trump – außer der, dass man sich eigentlich aus Syrien zurückziehen will. Aber solch ein symbolischer Schlag könnte verheerende Konsequenzen haben, sofern er sich auch gegen russische Einrichtungen in Syrien richten wird.

Die verwirrenden Fronten in Syrien in der grafischen Darstellung.

Donald Trump hat in seinem Tweet direkt Russland bedroht. Warum?

Carlo Masala: Hier beschreibt Trump einfach die Realität: Baschar al-Assad wäre in Syrien nicht in der starken Situation, in der er ist, wenn er nicht diese massive russische Unterstützung hätte. Die Luftverteidigung der syrischen Armee ist im Kern eine russische. Trump adressiert hier also schon den Richtigen. Es ist nicht auszuschließen, dass Trumps Ziel ist, die Russen dazu zu bewegen, diese Eskalation zu vermeiden und mäßigend auf Assad einzuwirken, kein Giftgas mehr einzusetzen.

Nach Giftgas-Attacke: Trump kündigt Raketenangriff an - so reagiert Putin

Könnte Trump die Bundeswehr in den Syrien-Krieg drängen?

Aber was, wenn die Situation aus dem Ruder läuft?

Carlo Masala: Dann befinden sich zwei Nuklearmächte in einer direkten Konfrontation. Es wäre der erste direkte Konflikt seit 1917, als die Amerikaner die Weiße Armee unterstützten, die Rote Armee zu besiegen. Daran hat auch Trump kein Interesse! Deshalb gehe ich stark davon aus, dass es bei symbolischen Schlägen bleiben wird, die Trump als starken Mann erscheinen lassen. Doch eine entscheidende Bedeutung für den Syrien-Krieg am Boden würde das nicht haben.

Trump sieht uns Deutsche ja als Drückeberger – könnte er die Bundeswehr in diesen Krieg drängen?

Carlo Masala: Diese Gefahr bestünde nur, wenn Donald Trump eine Stragie hätte. Denn dann könnte es in der Tat so sein, dass die Amerikaner in der Nato massiven Druck ausüben. Da ich aber glaube, dass es hier um symbolische Politik geht, wird man Deutschland gar nicht fragen.

Der Auslöser der dramatischen Eskalation: Raketenangriff auf Duma - möglicherweise mit Giftgas.

Es gibt durchaus Zweifel, ob wirklich Syriens Machthaber Assad hinter dem Giftgas­einsatz steckt. Der Nahostexperte Günter Meyer von der Uni Mainz glaubt, dass die Assad-Gegner das inszenierten, um so ein Eingreifen der USA in den Krieg zu provozieren...

Carlo Masala: Das ist nicht auszuschließen, aber ich halte diese Theorie nicht für sehr überzeugend. Obama gab 2013 das deutliche Signal, dass die USA auch dann nicht eingreifen würden, wenn Assad Giftgas einsetzt. Dieses Signal gilt bis heute. Ich wage hier keine eindeutige Schuldzuweisung, aber es macht durchaus Sinn, dass Baschar al-Assad das Giftgas eingesetzt hat. Donald Trump hatte unmittelbar zuvor angekündigt, die US-Truppen aus Syrien zurückzuziehen. Dies öffnet Assad Tür und Tor, die Waffen einzusetzen, die er für nötig hält, den Widerstand zu bekämpfen.

Aber angesichts dieser Zweifel: Wäre es nicht richtig, erst die Experten von der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen ihre Arbeit machen zu lassen?

Carlo Masala: Das macht in einer idealen Welt Sinn. In einer Welt aber, in der sich die internationale Öffentlichkeit über einen Giftgas-Einsatz aufregt, ist der Druck auf die politisch Handelnden groß, etwas zu tun. Das sehen Sie nicht nur bei Trump, sondern auch beim französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Beide wollen nicht wie Obama 2013 als lahme Enten dastehen, die ihren Worten nicht Taten folgen lassen.

Interview: Klaus Rimpel

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