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Pussy Riot protestiert gegen Russlands Präsidenten Wladimir Putin.

Angeblich Ölgewinne unterschlagen

Pussy Riot wirft Putin Diebstahl vor

Moskau - In ihrem ersten Lied seit knapp einem Jahr haut Pussy Riot mächtig auf die Pauke. Zum Wohle von Kremlchef Putin würden Staatskonzerne gewaltige Öl- und Gasgewinne unterschlagen.

Die kremlkritische Punkgruppe Pussy Riot meldet sich nach knapp einem Jahr mit einem rebellischen Song zurück. In ihrem neuen Lied wirft die Frauengruppe dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem staatlichen Rohstoffkonzernen Diebstahl vor. Der Kremlchef und seine Freunde würden den gewaltigen Gewinn von sieben Billionen Rubel (rund 165 Milliarden Euro) aus Öl- und Gasgeschäften unter sich aufteilen, schrieb die Frauenband am Dienstag auf ihrer Internetseite. Dort veröffentlichte sie zudem einen Videoclip des Songs „Kak w krasnoi tjurmje“ (Wie im roten Gefängnis).

Auch die inhaftierte Aktivistin Nadeschda Tolokonnikowa habe an dem Lied mitgearbeitet, hieß es in der Erklärung. Der Kampf um die Ideale beginne beim Kampf um eine wirtschaftliche Basis, habe die 23-Jährige aus ihrem Straflager geschrieben. Dort sitzt sie wie ihre Mitstreiterin Maria Aljochina eine zweijährige Haftstrafe ab.

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Bei dem Videodreh besetzten die traditionell mit Strickmasken vermummten Frauen nach eigenen Angaben Förderanlagen des staatlichen Ölkonzerns Rosneft. Dort hängten sie überdimensionale Porträts von Rosneft-Präsident Igor Setschin und Chefermittler Alexander Bastrykin auf, die beide als enge Vertraute Putins gelten, und beschmierten sie mit Öl. Setschin sorge dafür, dass die Einnahmen direkt an Putin fließen, und Bastrykin verhindere, dass dies aufgedeckt werde, behauptete die Band. Zu Pussy Riot gehören angeblich etwa 15 Frauen.

Nach einem Protest gegen Putin in der wichtigsten orthodoxen Kathedrale waren drei Mitglieder im August 2012 wegen „Rowdytums aus religiösem Hass“ zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Während Tolokonnikowa und Aljochina - beide Mütter kleiner Kinder - bis heute in Haft sitzen, wurde die Strafe für ihre Kollegin Jekaterina Samuzewitsch später zur Bewährung ausgesetzt. Der Richterspruch war international scharf kritisiert worden. Zuletzt hatte die Band am 17. August 2012 - dem Tag der Urteilsverkündung - ein Lied veröffentlicht: „Putin entzündet das Feuer der Revolution“.

dpa

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