Beobachter sehen die Lage für das ukrainische Militär dramatisch. Foto: Anastasia Vlasova
1 von 9
Beobachter sehen die Lage für das ukrainische Militär dramatisch. Foto: Anastasia Vlasova
Die Niederlage der ukrainischen Armee bei Debalzewo bringt die prowestliche Führung weiter unter Druck. Foto: Anastasia Vlasova
2 von 9
Die Niederlage der ukrainischen Armee bei Debalzewo bringt die prowestliche Führung weiter unter Druck. Foto: Anastasia Vlasova
Ukrainische Soldaten warten auf den Abtransport aus dem Osten. Foto: Anastasia Vlasova
3 von 9
Ukrainische Soldaten warten auf den Abtransport aus dem Osten. Foto: Anastasia Vlasova
Ukrainische Soldaten verlassen die Konfliktzone um Debalzewo. Foto: Anastasia Vlasova
4 von 9
Ukrainische Soldaten verlassen die Konfliktzone um Debalzewo. Foto: Anastasia Vlasova
Noch wird das Krankenhaus bei Donezk von einem ukrainischen Soldaten bewacht. Foto: Anastasia Vlasova
5 von 9
Noch wird das Krankenhaus bei Donezk von einem ukrainischen Soldaten bewacht. Foto: Anastasia Vlasova
Flüchtlingsbusse bahnen sich nahe der umkämpften Stadt Debalzewo ihren Weg neben einem zerstörten Panzer. Foto: Vladimir Vladimirov
6 von 9
Flüchtlingsbusse bahnen sich nahe der umkämpften Stadt Debalzewo ihren Weg neben einem zerstörten Panzer. Foto: Vladimir Vladimirov
Ukrainische Soldaten in ihrer Unterkunft. Foto: Sergei Kozlov
7 von 9
Ukrainische Soldaten in ihrer Unterkunft. Foto: Sergei Kozlov
Die schwere militärische Niederlage bringt Petro Poroschenko innenpolitisch weiter unter Druck. Foto: Mikhail Palinchak / Pool
8 von 9
Die schwere militärische Niederlage bringt Petro Poroschenko innenpolitisch weiter unter Druck. Foto: Mikhail Palinchak / Pool

Kiew gibt Kampf um Debalzewo auf

Debalzewo/Demmin - Mit dem Rückzug seiner Soldaten aus dem umkämpften Verkehrsknotenpunkt Debalzewo hat die ukrainische Führung den Weg für die Umsetzung des Friedensprozesses offen gehalten.

Unklar war aber, ob nun der schon überfällige Abzug der schweren Waffen beider Seiten beginnen würde. Der prowestliche ukrainische Präsident Petro Poroschenko gab am Mittwoch Moskau die Schuld an der neuen Gewalt. "Die ganze Welt hat gesehen, dass Russland seine Verpflichtungen nicht einhält", sagte er bei einem Treffen mit Regierungssoldaten im Unruhegebiet. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisierte Russland erneut. Zugleich warb sie aber für eine Rückkehr Moskaus zu einer Partnerschaft mit der EU.

Die prorussischen Separatisten hatten am Vortag weite Teile von Debalzewo trotz einer vereinbarten Waffenruhe eingenommen und damit den Friedensplan gefährdet. Tausende ukrainische Soldaten waren dort von schwer bewaffneten Aufständischen in die Enge getrieben worden. Am Mittwoch übernahmen sie nach eigenen Angaben die völlige Kontrolle über die Stadt. "Wer sich von den Regierungssoldaten ergeben hat, wird an seine Familie übergeben. Wer im Kampf gefangen genommen wurde, muss bis zu einem Austausch warten", sagte Separatistenführer Eduard Bassurin in Donezk. "Zum Beweis des guten Willen" hätten die Separatisten im Raum Donezk mit dem vereinbarten Abzug schwerer Waffen begonnen, behauptete Bassurin. Er forderte die Regierungseinheiten auf, dasselbe zu tun.

Für Poroschenko ist der Verlust von Debalzewo eine herbe Niederlage. Kremlchef Wladimir Putin hatte bei einem Besuch in Ungarn am Vortag eine Kapitulation der ukrainischen Truppen in Debalzewo gefordert. Poroschenko bemühte sich dennoch, Stärke zu demonstrieren. Er sei "stolz, Oberbefehlshaber solcher Streitkräfte" zu sein. Die Einheiten hätten in Debalzewo "bis zuletzt mutig ausgeharrt". Poroschenko wollte nach seiner Rückkehr nach Kiew am Abend mit dem Sicherheitsrat über das weitere Vorgehen beraten. In einem Telefonat mit US-Vizepräsident Joe Biden hatte er nach Angaben aus Kiew erneut um Waffenlieferungen gebeten.

Merkel ging beim politischen Aschermittwoch der CDU in Demmin in Mecklenburg-Vorpommern nicht auf den Bruch der Waffenruhe durch die Separatisten ein. "Die Bundesregierung, die europäischen Regierungen, Deutschland und Frankreich gemeinsam werden nicht nachlassen, alles dafür zu tun, damit die Ukraine ihren Weg gehen kann und ihre territoriale Integrität hat." Moskau habe mit der Annexion der Krim das Völkerrecht verletzt. Genauso aber würden die EU-Regierungen alles dafür tun, "dass Russland wieder unser Partner wird". Und: "Wir wollen diese europäische Friedensordnung mit Russland gestalten und nicht gegen Russland."

Für den Abend war eine erneute Telefonkonferenz Merkels mit Putin, Frankreichs Staatspräsidenten François Hollande und mit Poroschenko geplant, wie aus Paris und Moskau bekannt wurde.

Der Westen forderte erneut eine Umsetzung des im weißrussischen Minsk beschlossenen Aktionsplans, der auch den Abzug der schweren Waffen vorsieht. Die Gewalt belaste die Friedenshoffnungen schwer, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin.

Poroschenko und Biden (Russisch)

Poroschenko und Merkel (Russisch)

Erklärung der EU-Außenbeauftragte Mogherini

dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgesehene Fotostrecken

Trauriger Rekord: Nie gab es weltweit so viele Flüchtlinge
Niemals in der Nachkriegszeit waren so viele Menschen auf der Flucht wie 2017. Auf der Suche nach Schutz fliehen sie unter oft erbärmlichen Bedingungen, müssen mitunter …
Trauriger Rekord: Nie gab es weltweit so viele Flüchtlinge
Aufschrei über Trumps Umgang mit Migrantenkindern
Bilder von Kindern in Maschendraht-Käfigen, Tonbänder mit den Stimmen von bitterlich weinenden Jungen und Mädchen, die verzweifelt nach ihrer Mama rufen: Donald Trump …
Aufschrei über Trumps Umgang mit Migrantenkindern
Rettungsschiff "Aquarius" in Spanien eingetroffen
Italien wollte sie nicht haben. Nun können die von der "Aquarius" geretteten 629 Flüchtlinge auf eine bessere Zukunft hoffen. Nach Einschätzung des Roten Kreuzes ist …
Rettungsschiff "Aquarius" in Spanien eingetroffen
Italien weist weitere Rettungsschiffe mit Migranten ab
Das Hafenverbot für die "Aquarius" reicht Italiens rechtem Innenminister nicht. Salvini will auch andere Rettungsschiffe nicht in seinen Häfen sehen. Und für die Retter …
Italien weist weitere Rettungsschiffe mit Migranten ab

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.