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Kremlchef Putin ist zu Gast bei dem türkischen Staatschef Erdogan. 

Erster Besuch seit 2015

Putin zu Energie-Kongress und Gespräch mit Erdogan in Istanbul

Istanbul - Nach ihrer Aussöhnung besiegeln Präsident Erdogan und Kremlchef Putin den Bau der Pipeline Turkish Stream. Erdogan will sein Land zum Erdgas- und Energiehandelszentrum machen - auch für die EU. Unterschiedliche Standpunkte haben die Staatschefs zu Syrien.

Zwei Monate nach ihrer Aussöhnung haben der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und Kremlchef Wladimir Putin den Bau der strategisch wichtigen Gaspipeline Turkish Stream besiegelt. Die Energieminister beider Länder unterzeichneten am Montag in Istanbul im Beisein der Staatschefs ein Regierungsabkommen über das lange geplante Projekt. Erdogan und Putin betonten ihren Willen, die Beziehungen wieder völlig zu normalisieren. Differenzen gibt es aber weiterhin beim Thema Syrien. Russland unterstützt den syrischen Machthaber Baschar al-Assad, dessen Sturz Erdogan fordert.

Durch die Turkish-Stream-Pipeline soll russisches Erdgas durch das Schwarze Meer und die Türkei bis an die griechische Grenze gebracht werden. Mit dieser Leitung und der geplanten Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 will Russland die Ukraine bei der Belieferung der EU mit Gas umgehen. Der Chef des Gazprom-Konzerns, Alexej Miller, sagte, das Abkommen sehe den Bau von zwei Röhren auf dem Grund des Schwarzen Meeres vor. Der erste Strang soll Ende 2019 fertig sein.

Putin stellte der Türkei „im Rahmen von Turkish Stream“ Rabatt beim Gas in Aussicht. Zugleich teilte er mit, dass Sanktionen gegen eine Reihe türkischer Produkte wieder aufgehoben worden seien. Moskau hatte nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkei Wirtschaftssanktionen verhängt, die nach der Aussöhnung im August schrittweise wieder aufgehoben werden sollten. Während der Krise zwischen Ankara und Moskau lag auch Turkish Stream auf Eis.

Differenzen gibt es weiter beim Thema Syrien. Putin sagte: „Sowohl Russland als auch die Türkei treten für ein schnelles Ende des Blutvergießens in Syrien und den Übergang zu einer politischen Regelung ein.“ Erdogan betonte, Thema sei auch gewesen, wie humanitäre Hilfe für die Menschen in Aleppo ermöglicht werden könne.

Erdogan und Putin nahmen am Weltenergiekongress in Istanbul teil und kamen anschließend zu einem bilateralen Treffen zusammen. Bei der Tagung kündigte Erdogan umfangreiche Investitionen an, „um unser Land zum Erdgas- und Energiehandelszentrum zu machen“. Die Türkei leiste damit auch „einen Beitrag zur Erdgasversorgungssicherheit Europas“.

Es war Putins erster Türkei-Besuch seit dem Abschuss eines russischen Kampfjets durch die türkische Luftwaffe im vergangenen November. Danach legte Russland die Beziehungen zur Türkei auf Eis. Erst im Juni näherten sich beide Seiten wieder an, im August folgte ein Treffen Putins und Erdogans in St. Petersburg. Beim G20-Gipfel in China im vergangenen Monat sprachen beide über eine vollständige Wiederaufnahme der bilateralen Beziehungen.

dpa

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