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Kreml-Chef krank? Ex-ARD-Korrespondent äußert sich zu Gerüchten um Putin – und fürchtet „Zuspitzung“

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Von: Franziska Schwarz

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Ukraine-Krieg: Szene aus einer Videokonferenz von Wladimir Putin mit Michail Mischustin am. 7. Juni in Moskau
Aufnahme vom 7. Juni: Wladimir Putin in einer Videokonferenz © Mikhail Metzel/Imago

Bei „Sandra Maischberger“ war Udo Lielischkies, ehemaliger ARD-Korrespondent in Moskau und Russland-Kenner, zu Gast. Die Frage nach Wladimir Putins Gesundheit nahm er ernst.

Berlin - Die Spekulationen um die Gesundheit von Wladimir Putin haben die Öffentlich-Rechtlichen erreicht. Sandra Maischberger sprach sie in ihrem ARD-Talk vom 8. Juni an - stellte aber flink eine Anschlussfrage, die den Austausch über das Thema gerechtfertigt erscheinen lässt.

Ihr Gesprächspartner war immerhin Udo Lielischkies, Russland-Kenner und langjähriger ARD-Korrespondent in Moskau. Und Maischberger wartete bis Minute 12 von insgesamt 15, bis sie betont beiläufig fragte: „Sind das alles nur Gerüchte?“ Lielischkies antwortete diplomatisch: „Ich habe nicht Medizin studiert, aber sie verdichten sich auf so eine massive Art, dass man schon ins Grübeln kommt.“

Lielischkies wies dabei auch darauf hin, dass die Gerüchte über Putins Gesundheit längst nicht mehr nur von Boulevardmedien weiterverbreitet würden - ging aber auf Nummer sicher: „Das sind aber kleine Mosaik-Steinchen. Ich kann Ihnen da kein klares Urteil geben. Aber ich kann‘s mir auch gut vorstellen, dass da etwas ist.“

Mögliche Putin-Krankheit: Frage an Ex-ARD-Moskau-Korrespondent Lielischkies bei „Maischberger“

„Sie würden so weit gehen, zu sagen er ist vielleicht nicht ganz gesund“, fasste Maischberger den Fakt zusammen, dass Lielischkies letztlich auch keine eindeutige Antwort auf die Frage nach Putins Gesundheit hat. Was hieße nun aber eine mögliche Krankheit Putins für den Verlauf des Ukraine-Krieges“, hakte sie nach, „also wenn da jemand ist, der weiß, dass ihm nicht viel Zeit bleibt?“

„Wenn es so wäre, wäre es eine weitere Zuspitzung der Situation. Umgeben von wenigen Falken, FSB-Leuten, älteren Männern, großgeworden im Polizeistaat und dieser Geheimdienstkultur ...“ Lielischkies zeigte sich überzeugt, dass Putin nicht so schnell in Ukraine-Russland-Verhandlungen einsteigen werde, „wenn er nicht militärisch gedemütigt wird.“ Lielischkies sprach sich daher für schnellere Waffenlieferungen Deutschlands und des Westens an die Ukraine aus.

Der Hintergrund der Gerüchte um Putins Gesundheit, die auch Lielischkies bei Maischberger bekannt waren: Geheimdienstler berichten, dass der Kremlchef Sitzungen stückeln muss, und sehen hinter Blutkrebs-Gerüchten entweder ein Ablenkungsmanöver oder einen internen Machtkampf. Ein Team aus russischen Journalisten hatte recherchiert, welche Ärzte wie lange bei Putin waren. (frs)

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