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Emotionales Video: Russen wollen ukrainischen Mann rekrutieren - Ehefrau stellt sich mutig dazwischen

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Von: Bedrettin Bölükbasi

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Im Ukraine-Krieg besetzen Putins Milizen einen Großteil des Donbass. Eine ukrainische Frau konfrontierte dort russische Söldner, die ihren Mann unter Zwang rekrutieren wollten.

München — Im Ukraine-Krieg eroberten die Soldaten des russischen Machthabers Wladimir Putin Anfang Juli die gesamte Region Luhansk. Das russische Militär will nun auch Donezk einnehmen, während die ukrainische Armee Widerstand leistet. Diese Karte zeigt, wo der Ukraine-Krieg wütet. Die Zusammenstöße sind mit hohen Verlusten auf beiden Seiten verbunden.

Es ist bereits bekannt, dass Russland zu alternativen Methoden zurückgreift, um das größer werdende Defizit an Soldaten zu beseitigen. Dazu gehört auch Zwangsrekrutierung in besetzten Gebieten im Osten. Dagegen gibt es aber offenbar Widerstand, wie eine neue Aufnahme zeigt. So wollten pro-russische Milizen Ende Juni einen ukrainischen Mann in Donezk unter Zwang rekrutieren. Seine Frau leistete aber Widerstand und brachte ihre Meinung über den russischen Angriffskrieg furchtlos offen zum Ausdruck.

Ukraine-News: Putins Söldner wollen ukrainischen Mann rekrutieren - Frau leistet Widerstand

Das Video des Austausches zwischen zwei pro-russischen Söldnern mit ziviler Kleidung, die den ukrainischen Mann zwangsrekrutieren wollen, und seiner Frau, die sich dagegenstellt, wurde von der britischen Zeitung The Guardian veröffentlicht. Nach Angaben der Frau im Video spielte sich die Szene am 28. Juni im Zentrum von Makijiwka ab – die Nachbarstadt von Donezk. Dabei ist zu sehen, wie zwei pro-russische Milizen den Pass des Mannes konfiszieren. „Gibt bitte den Pass zurück“, fordert die Frau sie zunächst auf und wird prompt dazu aufgefordert, nicht zu filmen und ihr Handy wegzulegen.

Die Frau erwidert allerdings trocken: „Ich werde mein Handy nicht wegtun. Es gibt kein Kriegsrecht. Es wurde nicht ausgerufen.“ So weist sie die Söldner darauf hin, dass es daher auch keine General-Mobilisierung gebe und sie seinen Mann nicht rekrutieren könnten. Offenbar erwähnen die Milizen nun ihren Vorgesetzten, denn die Frau wird plötzlich lauter und sagt: „Euer Boss geht mich einen Sch**ß an!“ Anschließend schildert sie zu Dokumentationszwecken erneut die Lage: „Sie haben die Papiere meines Mannes genommen und geben sie nicht zurück. Obwohl es kein Kriegsrecht gibt, sagen sie, dass es eine Mobilisierung gebe.“

Ukraine-News: Wortgefecht zwischen Putin-Söldnern und ukrainischem Paar im Donbass

Das Wortgefecht zwischen den pro-russischen Söldnern und der Frau dauert an. „Er wird mit uns zum Rekrutierungsbüro kommen“, führt einer der Milizen an. Die ukrainische Frau wiederholt mehrmals: „Er geht nirgendwo hin. Gibt ihm seine Dokumente zurück.“ Erneut weist sie darauf hin, dass es aktuell nur eine „freiwillige“ Mobilisierung gebe. Ihr Mann wolle allerdings nicht kämpfen. „Freiwillig oder zwanghaft - es gibt eine General-Mobilisierung“, behauptet einer der Söldner und fügt hinzu: „Er ist verpflichtet zum militärischen Dienst.“

Daraufhin wird es zwischen den beiden Seiten erneut laut. „Nein, er ist nicht verpflichtet“, unterstreicht die Frau nahezu schreiend. Der Söldner zeigt ihr den Pass des Mannes mit dem entsprechenden Vermerk, der sich nun selbst einschaltet. „Es ist ein ukrainischer Pass, ich bin ein Staatsbürger der Ukraine!“, sagt er den Milizen. Seine Frau fordert Putins Söldner erneut dazu auf, den Pass zurückzugeben.

Ukraine-News: Ehefrau wird emotional im Streit mit Putin-Söldnern - „habt alle Männer genommen!“

Als die Männer zurück zu ihrem Wagen gehen, ruft die Frau ihnen nach: „Niemand will kämpfen! Wir haben es satt mit euch und eurem Krieg!“ Sie wird plötzlich emotional. Offenbar musste ihre Familie bereits den Horror der russischen Zwangsrekrutierung im Donbass erleben. „Ihr habt alle Männer, alle jungen Männer genommen, wir haben die Hälfte begraben“, so die Frau: „Meinen Schwager, meinen Bruder, alle!“

Jetzt gebe es „nur noch Einen“. Damit dürfte sie ihren Mann meinen. Außerdem hätten sie ein Kind mit Behinderung. Sie fragt: „Kümmert ihr euch darum?“ Die russischen Söldner scheinen jedoch ungerührt zu sein. Bevor das Video abbricht, wird es anschließend handgreiflich, als die Frau und ihr Mann versuchen den Pass aus den Händen der pro-russischen Milizen zu entreißen. Widerstand gegen Putins Krieg gibt es dabei nicht nur im Osten der Ukraine, sondern wohl auch in Russland selbst. (bb)

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