+
Die Presse steht im Staat des russischen Präsidenten Wladimir Putin unter Druck. 

Er starb mit 59 Jahren

Journalist und Putin-Kritiker stirbt nach Motorradunfall - Staatsmedien wollen Hintergründe kennen

Mehrere Überwachungskameras haben den Motorradunfall des Journalisten Sergej Dorenko aufgezeichnet. Das ist bisher bekannt. 

Moskau - Der Journalist Sergei Dorenko (59) war der Chefredakteur des Moskauer Radiosenders „Goworit Moskawa“. Dorenko hat sich offen kritisch gegenüber russischer Politik und dem russischen Präsident Wladimir Putin geäußert. Am Donnerstagabend sei der Journalist von mehreren Überwachungskameras dabei gefilmt worden, wie er auf seinem Motorrad auf einer Moskauer Straße unterwegs war und unvermittelt nach links, in den Gegenverkehr ausscherte. Es kam zu einem Unfall.

Dass die russischen Staatsmedien aber bereits kurz nach dem Tod des Journalisten von einer natürlichen Todesursache sprachen, bewertet die Bild als „auffällig“. Der Journalist soll nicht an dem Unfall sondern an einem Herzinfarkt gestorben sein, der auch zu seinem auffälligen Fahrverhalten geführt haben soll. Die Meldung sei bereits vor der Autopsie des Journalisten verkündet worden, so Bild. Bisher geht man aber weiterhin von einer natürlichen Todesursache aus.

Journalist und Putin-Kritiker: Dorenko verlor seinen Job wegen Kursk-Berichterstattung

Im Jahr 2000 soll der Journalist wegen kritischer Berichterstattung seinen Job verloren haben. Wie verschiedene Internetmedien berichten, unter anderem die Plattform russischer Exil-Journalisten meduza.io, hatte Dorenko 2000 seinen Job bei dem „Ersten Kanal“ aufgeben müssen, nachdem er kritisch über die „Kursk“-U-Boot-Katastrophe berichtet hatte. Damals kamen 118 Menschen ums Leben. 

Noch am Freitag berichtete er kritisch über die Notlandung eines russischen Superjets

Ähnlich hatte er auch erst am Freitag kritisch über die misslungene Notlandung eines russischen Superjets berichtet, bei dem 41-Menschen starben. Auch die Online-Plattform „Mash“ habe kritisch darüber berichtet, so die Bild. Die „Mash“-Redaktionsräume wurden am Freitag von der russischen Polizei durchsucht. 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

„Maybrit Illner“ diskutiert über Mordfall Lübcke und rechten Terror - Innenminister Herrmann dabei
Maybrit Illner diskutiert mit ihren Gästen heute über die Gefahr, die aus der rechten Szene drohen. Unter anderem ist der bayerische Innenminister Joachim Herrmann mit …
„Maybrit Illner“ diskutiert über Mordfall Lübcke und rechten Terror - Innenminister Herrmann dabei
Neue Todesdrohungen gegen Politiker nach Lübcke-Mord
Bedroht, beschimpft, angegriffen: Nach dem Mord an Regierungspräsident Lübcke wächst bei Kommunalpolitikern die Angst vor Gewalt.
Neue Todesdrohungen gegen Politiker nach Lübcke-Mord
Kommentar zum Fall Lübcke: Die verlorene Unschuld der AfD
Der Fall Lübcke schockiert Deutschland, doch er ist nur der traurige Höhepunkt einer ganzen Serie von inakzeptablen Anfeindungen und Angriffen auf Politiker. Der Terror …
Kommentar zum Fall Lübcke: Die verlorene Unschuld der AfD
Einigung über "Gorch Fock" - Schiff kann Freitag aufs Wasser
Eine Insolvenz, juristischer Streit und nun unbezahlte Rechnungen. Bei der Sanierung der "Gorch Fock" gibt es immer neue Probleme. Doch nach Verhandlungen kann der Rumpf …
Einigung über "Gorch Fock" - Schiff kann Freitag aufs Wasser

Kommentare