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Nato-Manöver in Polen.

Kalter Krieg 

Putin kritisiert Nato scharf und droht mit Raketen

Moskau - Vor dem Nato-Gipfel Anfang Juli hat Kremlchef Wladimir Putin dem Militärbündnis antirussische Aktivitäten in Osteuropa vorgeworfen. „Die Allianz unternimmt konfrontative Schritte gegen uns“, kritisierte Putin am Donnerstag in Moskau.

Russland werde auf Übungen und Truppenverstärkungen der Nato in ihren östlichen Bündnisstaaten angemessen reagieren. „Wir werden aber nicht in einen militaristischen Rausch verfallen“, versicherte der Präsident in einer Botschaft an sein diplomatisches Korps zugleich.

Die Nato will auf ihrem Gipfel in Warschau am 8./9. Juli über die Entsendung von je einem Bataillon zusätzlicher Soldaten in vier Nachbarländer Russlands entscheiden: nach Polen, Litauen, Estland und Lettland. Auch Deutschland will sich beteiligen.

Russland wolle sich nicht in ein aufwendiges und aussichtsloses Wettrüsten drängen lassen, sagte Putin. Als mögliche Reaktion auf die Nato-Aktivitäten in Osteuropa erwägt Moskau dem russischen Nato-Gesandten Alexander Gruschko zufolge die Stationierung von Iskander-Kurzstreckenraketen in der westlichen Exklave Kaliningrad.

Neues Treffen des Nato-Russland-Rates 

„Wir haben keine Einschränkungen bei der Verlegung dieser Systeme“, sagte er der Agentur Interfax zufolge. Moskau werde die Lage prüfen und eine „effektive, zuverlässige und preiswerte“ Lösung finden, sagte Gruschko. Zugleich schloss er ein neues Treffen des Nato-Russland-Rates nach dem Gipfel in Warschau nicht aus.

Die russische Führung hatte in den vergangenen Jahren immer wieder gedroht, Iskander-Raketen (Nato-Code SS-26 Stone) im Gebiet Kaliningrad zu stationieren. Die Ostseeregion um die gleichnamige Stadt (ehemals Königsberg) grenzt mit Polen im Süden und Litauen im Osten an Nato- und EU-Staaten.

Die Raketen haben eine Reichweite von mehr als 400 Kilometern und könnten von Kaliningrad aus etwa die polnische Hauptstadt Warschau treffen. Bereits am Mittwoch hatte Russland angekündigt, 10 000 Soldaten an seine Westgrenze zu verlegen.

dpa

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