1. Startseite
  2. Politik

Putins Russland feiert einen Propaganda-Sieg in Afrika – EU-Fehler rächen sich jetzt

Erstellt:

Von: Klaus Rimpel

Kommentare

Der Präsident der Republik Uganda Yoweri Museveni und der russische Außenminister Sergej Lawrow bei einem Treffen in Kampala, Uganda.
Der Präsident der Republik Uganda Yoweri Museveni und der russische Außenminister Sergej Lawrow bei einem Treffen in Kampala, Uganda. © IMAGO/SNA / Klaus Haag

Der russische Außenminister Sergej Lawrow wird bei seiner Afrika-Reise mit offenen Armen empfangen. Damit feiert Putin einen Propaganda-Sieg in Afrika, kommentiert Klaus Rimpel.

Sergej Lawrow wird auf seiner Afrika-Tour von den Regierenden mit offenen Armen empfangen. Aber auch breite Teile der Bevölkerung in Ägypten, Uganda oder Äthiopien glauben die Botschaft des russischen Außenministers: „Der Westen ist schuld, dass es zu wenig Getreide für euch gibt und eure Lebensmittel immer teurer werden!“

In der EU und in den USA kann da noch so eifrig betont werden, dass russische Lebensmittel-Exporte nicht von den Sanktionen betroffen seien und Moskau trotz des Getreide-Abkommens Odessa bombardierte. Die russische Sicht der Dinge beherrscht auch dank in Englisch und in Französisch sendender Ableger der russischen Propaganda-Sender RT und Sputnik die öffentliche Meinung.

Russland-Kommentar: „Statt demokratischer Werte liefert Russland Kalaschnikows“

Vielen Machthabern in Afrika wie Ugandas Präsidenten Museveni gehen die Belehrungen der Europäer schon lange auf die Nerven: Homosexuellen-Rechte, Korruptions-Bekämpfung – all solche „lästigen“ Forderungen gibt es aus Russland (und auch aus China) nicht. Statt demokratischer Werte liefert Russland Kalaschnikows: Fast die Hälfte der Waffenimporte Afrikas kommen aus Russland, dazu kämpfen Wagner-Söldner in Mali, Mosambik, Tschad, Sudan und Libyen brutal für die Herrschenden.

Unbelastet von einer Kolonialgeschichte auf dem schwarzen Kontinent kann sich Putin als Vorkämpfer gegen den Westen präsentieren, der die armen Völker ausplündere. Zu lange hat sich die EU zu wenig um Afrika gekümmert – das rächt sich jetzt in dieser Krise.

Klaus Rimpel

Auch interessant

Kommentare