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Sorge, dass sich Putin Macrons DNA schnappt! Mitarbeiter erklären, warum sie am XXL-Tisch saßen

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Von: Sven Hauberg

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Wladimir Putin und Emmanuel Macron am Montag in Moskau.
Wladimir Putin und Emmanuel Macron am Montag in Moskau: ein Treffen auf Abstand. © picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP

Ein mehrere Meter langer Tisch trennte Anfang der Woche Wladimir Putin und Emmanuel Macron. Den Grund für die ungewöhnliche Distanz plauderten nun französische Regierungsmitarbeiter aus.

Moskau - Das Bild ging um die Welt - und sorgte bei manch einem für Verwunderung und Belustigung: Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron und sein russischer Amtskollegen Wladimir Putin saßen sich am Montag (7. Februar) an einem überdimensionierten, etwa vier Meter langen Tisch gegenüber. Insider haben nun verraten, wie es zu der ungewöhnlichen Szene bei Macrons Moskau-Besuch gekommen ist.

Ihnen zufolge hatte Putin aus Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus von seinem Gast einen PCR-Test durch russische Mediziner gefordert - oder alternativ ein Treffen auf Abstand. Das erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters aus Pariser Regierungskreisen. Macron habe einen Test in Russland abgelehnt, hieß es weiter. „Wir wissen sehr wohl um die Bedeutung des Verzichts auf einen Handschlag und eines langen Tisches“, sagte einer der Regierungsmitarbeiter zu Reuters. „Aber wir konnten nicht zulassen, dass die an die DNA des Präsidenten kommen.“ Macron habe sich vor seinem Abflug in Frankreich einem PCR-Test unterzogen. Ein weiterer Regierungsmitarbeiter erklärte: „Die Russen sagten, Putin müsse in einer strikten Isolation gehalten werden.“

Dem Journalisten Ben Judah zufolge, der intensiv über Wladimir Putin recherchiert hat, hat der russische Staatschef „sehr große Angst vor Krankheit, Ansteckungsgefahr und Bakterien“. Das sagte Judah in der Pro-Sieben-Sendung „Galileo“. Demnach hatte Putin bereits vor der Corona-Pandemie Angst vor Viren und Bakterien. In Putins Büro befinde sich außerdem ein Luftentkeimungsgerät.

Wladimir Putin: Abstand auch bei Treffen mit Viktor Orban

Der Kreml bestätigte, dass Macron den Test abgelehnt habe. Russland habe kein Problem mit der Entscheidung des französischen Präsidenten gehabt, deshalb aber auf den Abstand bestanden. „Das hat nichts mit Politik zu tun und beeinträchtigt die Verhandlungen in keiner Weise“, so Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Einige Diplomaten waren angesichts des großen Tisches und des ungewöhnlichen Abstandes zwischen Putin und Macron davon ausgegangen, die russische Regierung habe in der Ukraine-Krise auch eine optische Botschaft senden wollen.

Das Treffen am Montag war nicht das erste Mal, dass Putin einen Gast mit viel Abstand empfangen hat. Bereits am 1. Februar begegnete der russische Präsident dem ungarischen Staatschef Viktor Orban nur auf Distanz - die beiden Politiker standen mehrere Meter entfernt, als sie sich mit Sektgläsern zuprosteten. Zuvor hatten die beiden Männer ebenfalls an dem XXL-Tisch Platz genommen. Ganz anders lief hingegen ein Treffen Putins mit dem kasachischen Machthaber Kassym-Jomart Tokajew ab: Am Donnerstag (10. Februar) saßen die beiden Männer eng beieinander und schüttelten sich sogar die Hände.

Wladimir Putin, Präsident von Russland, und Viktor Orban, Ministerpräsident von Ungarn, stoßen nach ihrem Gespräch im Kreml an.
Auch Wladimir Putin (rechts) und Viktor Orban hielten Abstand. © Alexei Nikolsky/picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP

Bei dem rund sechsstündigen Gespräch zwischen Putin und Macron stand vor allem die Ukraine-Krise im Mittelpunkt. Anschließend erklärte Macron, Putin habe ihm versichert, auf eine „Eskalation“ in dem Konflikt zu verzichten. Der Kreml dementierte wenige später, dass Putin eine derartige Aussage getroffen habe. (sh/rtr)

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