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„Kräftige Ohrfeige“ für Putin: Russische Pop-Ikone äußert sich öffentlich

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Von: Kathrin Reikowski

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Alla Pugatschowa
Die russische Popsängerin Alla Pugatschowa sagt jetzt öffentlich, was sie denkt. © Tass Grigory Sysoyev/ITAR-TASS/dpa

Russlands Pop-Sängerin Alla Pugatschowa stellt sich gegen den Kremlchef. „Ich bin solidarisch mit meinem Mann, der ein Ende des Sterbens wünscht“, sagt sie.

Israel - Sie ist eine Popikone in Russland und steht seit Jahrzehnten auf den großen Bühne des Landes: Alla Pugatschowa, die Frau mit den blonden Locken und der tiefen Stimme. Sie stellt sich jetzt gegen Wladimir Putin und den Ukraine-Krieg.

Ihre Form des Protests geschieht aus Solidarität: Da das Justizministerium ihren Ehemann Maxim Galkin als „Auslandsagent“ auf eine Schwarze Liste gesetzt habe, bitte sie darum, ebenfalls zu den Auslandsagenten gezählt zu werden, schrieb die 73-Jährige am Sonntag (19. September) auf Instagram.

Popdiva protestiert auf Instagram gegen Putin: „Erschwert das Leben unserer Bürger“

„Denn ich bin solidarisch mit meinem Mann, einem ehrlichen, anständigen und aufrichtigen Menschen, einem wirklichen und unkäuflichen Patrioten Russlands, der seiner Heimat Wohlstand wünscht, ein friedliches Leben, Redefreiheit und ein Ende des Sterbens unserer Jungs für illusorische Ziele, die unser Land zum Paria machen und das Leben unserer Bürger erschweren.“

Alla Pugatschowa

Und ihr Einfluss ist möglicherweise nicht zu unterschätzen. Der Politologe Abbas Galljamow, einst Redenschreiber des russischen Präsident Putin, sprach von einer „kräftigen Ohrfeige“ für den Kreml. „Wenn es im Land noch bedeutende Menschen gibt, über die Konsens herrscht, dann ist das natürlich Pugatschowa“, schrieb er auf Telegram. Sie habe Politik stets außen vor gelassen. „Ihre plötzliche Politisierung kann in der Gesellschaft das für die Obrigkeit so gefährliche Gefühl: ‚Jetzt reichts‘ erzeugen“, meinte er.

Anti-Kriegs-Protest: Pugatschowas Hymne - gemeinsam mit Udo Lindenberg

Pugatschowa gilt als Superstar in ihrer Heimat. Seit den 70er Jahren hat sie die Rock- und Popmusik in Russland geprägt. Ihr Erfolg hat den Untergang der Sowjetunion überdauert - sie war mit ihrer ständigen TV-Präsenz eine der schillerndsten Showgrößen Russlands und ihre Ehe mit dem 27 Jahre jüngeren Moderator und Komiker Galkin ein Dauerthema für die Boulevardmedien.

Nach Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine reiste das Paar aus Russland nach Israel aus. Im Gegensatz zu Galkin, der in Israel Kritik an der russischen Führung übte, hat sich Pugatschowa allerdings mit politischen Äußerungen bislang zurückgehalten.

Im Jahr 1987 stand sie mit einer deutschen Popikone auf der Bühne: Udo Lindenberg sang mit ihr damals „Wozu sind Kriege da?“ - auf deutscher und russischer Sprache, die beiden wurden frenetisch vom Publikum gefeiert. Ein paar Menschen in Deutschland, Russland und der Ukraine scheinen sich auch in diesen Tagen an die Friedenshymne erinnert zu haben. „Was für ein relevantes Lied in diesen Zeiten, ich bin zu Tränen gerührt“, schreibt ein User auf Russisch im Frühjahr unter das Youtube-Video. (dpa/kat)

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