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Horst Seehofer (re.) beim Treffen mit Wladimir Putin

Ukraine war Thema

Putin: Handel zwischen Russland und Bayern wächst trotz Sanktionen

Moskau - Horst Seehofer ist im Kreml offenbar mit offenen Armen empfangen worden. Wladimir Putin lobte Bayern als wichtigen Handelspartner - trotz Sanktionen.

Trotz der EU-Sanktionen hat der Handel zwischen Russland und Bayern dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zufolge im vergangenen Jahr zugenommen. „Liebe Freunde, was den Handel angeht, rangiert Bayern natürlich auf dem ersten Rang unter den deutschen Bundesländern“, sagte er am Donnerstag bei einem Treffen mit CSU-Chef Horst Seehofer im Kreml.

Dies sei ausdrücklich Seehofers Engagement zu verdanken, sagte Putin. „Interessanter- und überraschenderweise hat der Handel mit Bayern im vergangenen Jahr um vier Prozent zugenommen, während er mit den übrigen Bundesländern und ganz Deutschland um 4,8 Prozent zurückgegangen ist.“ Er hoffe, dass sich die Beziehungen auch durch den Besuch Seehofers weiter verbessern würden.

Putin bestätigt Treffen mit Merkel

„Ich freue mich, dass sich der Handel zwischen Bayern und Russland so positiv entwickelt hat“, betonte Seehofer, der auf seiner politische heiklen Reise von einer Delegation aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft begleitet wird. Auch auf föderaler Ebene hätten sich die Beziehungen zwischen Bayern und Russland gut entwickelt. „Gehen Sie davon aus, dass es eine Herzensangelegenheit ist, diese Beziehungen in Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur fortzuführen und noch zu vertiefen.“

Putin bestätigte auch ein bevorstehendes Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). „Übermitteln Sie der Bundeskanzlerin meine besten Wünsche. Wir erwarten ihren Besuch am 2. Mai“, sagte Putin nach Angaben der Agentur Tass beim Treffen mit CSU-Chef Horst Seehofer am Donnerstag im Kreml. Der bayerische Ministerpräsident hatte zuvor den Reisetermin öffentlich gemacht. Seehofer hält sich noch bis Freitag in der russischen Hauptstadt auf.

Seehofer als „Schwergewicht der deutschen Politik“

Der Moskauer Deutschland-Experte Wladislaw Below führt Putins enge Beziehungen zum Freistaat auf eine Reise 2006 zurück. Damals habe Putin Bayern besucht und Stoiber kennengelernt. „Die Chemie stimmte zwischen den beiden“, sagt der Politologe von der Russischen Akademie der Wissenschaften der Deutschen Presse-Agentur. „Seehofer hat die guten Beziehungen zu Putin von Stoiber geerbt.“

Russische Deutschland-Kenner sind überzeugt, dass es dem Kremlchef vor der Bundestagswahl wichtig ist, zentralen Politikern den Puls zu fühlen. Seehofer sei für Putin nicht nur als Ministerpräsident eines starken Bundeslandes, sondern auch als Chef einer Partei aus der Bundesregierung interessant, meint Below. „Seehofer wird in Russland durchaus als Schwergewicht der deutschen Politik wahrgenommen.“

Putins Versprechen in Sachen Ukraine

Diesem „Schwergewicht“ hat Putin nun offenbar auch ein Versprechen in Sachen Ukraine-Konflikt gegeben: Putin habe sich zum Minsker Friedensplan für die Ostukraine bekannt, sagte Seehofer nach dem gemeinsamen Gespräch.

„Ich habe ihn (Putin) mehrfach gefragt: Stehen sie dazu? Und er hat gesagt: Ohne Wenn und Aber“, sagte der bayerische Ministerpräsident. Seehofer betonte, er habe intensiv für die Umsetzung des Abkommens geworben. Zugleich verwies er darauf, dass auch die Ukraine eine Bringschuld für eine friedliche Lösung hat. „Minsk ist ein Abkommen, das zwei Verpflichtete hat.“

Die Bundesregierung hatte sich am Mittwoch „ernsthaft beunruhigt über fortschreitende Abspaltungstendenzen“ in den Separatistengebieten im Donbass geäußert.

dpa/fn

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