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Der russische Präsident Wladimir Putin (re)  und Verteidigungsminister Sergei Shoigu beobachten ein Manöver auf See während der großen Militärübung am Dienstag.

Größte Übung seit gut 20 Jahren

Putin überwacht riesiges Manöver

Moskau - Mit dem größten Militärmanöver seit dem Ende der Sowjetunion vor mehr als 20 Jahren probt Russland den Ernstfall. Rund 160 000 Soldaten, rund 5000 Panzer, Dutzende Kriegsschiffe und 130 Kampfflugzeuge nehmen an der Übung teil.

Am Dienstag machte sich Präsident Wladimir Putin auf Sachalin, Russlands größter Insel im Pazifik, ein Bild von der Lage. Dort verfolgte er, wie Tausende Soldaten per Fähre und Flugzeug vom Festland auf die Insel gebracht wurden.

Das groß angelegte Manöver, das sich über mehrere Zeitzonen erstreckt, hatte Freitag begonnen und soll noch bis Ende der Woche dauern. Russlands Vize-Verteidigungsminister Anatoli Antonow hatte ausländischen Militärattachés versichert, das Manöver sei eine reguläre Übung und richte sich gegen keinen bestimmten Staat.

Doch gehen einige Analysten davon aus, dass das militärische Muskelspiel vor allem auf China und Japan abzielt. Insbesondere mit dem Manöver auf Sachalin solle eine mögliche Antwort auf einen hypothetischen Angriff japanischer und amerikanischer Streitkräfte simuliert werden, sagte Konstantin Siwkow, pensionierter Offizier des russischen Generalstabs, der Zeitung „Nesawisimaja Gaseta“.

Moskau und Tokio liefern sich derzeit einen Territorialstreit um eine Inselkette im Pazifik, die Russland in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs besetzte. In Russland werden sie als Südliche Kurilen bezeichnet, in Japan spricht man von den Nördlichen Gebieten.

Russlands Vize-Verteidigungsminister Antonow versicherte zudem, Moskau habe die Nachbarländer vorab über die Manöver in Kenntnis gesetzt, darunter vor allem China. Er verwies auf ein Abkommen mit Peking, das einen detaillierten Informationsaustausch über Militäraktivitäten entlang der 4300 Kilometer langen russisch-chinesischen Grenze vorsieht.

Zwar unterhält Moskau enge wirtschaftliche und militärische Beziehungen zu Peking. Doch viele Experten in Russland beäugen den wachsende Macht Chinas mit Unbehagen. So befürchten einige, dass der dramatische Bevölkerungsschwund und die im direkten Vergleich schwachen russischen Streitkräfte den großen Nachbarn im Osten eines Tages zu Territorialangriffen verleiten könnte. Die russischen Militärmanöver zielten daher darauf ab, China von möglichen expansionistischen Gedankenspielen abzuschrecken, sagte der Moskauer Militäranalyst Alexander Chramtschichin.

AP

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