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Estland möchte sowjetische Denkmäler wegen Ukraine-Krieg beseitigen - Russland reagiert aufgebracht

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Von: Linus Prien

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Sowjetisches Denkmal in Narva
Sowjetisches Denkmal in Narva. (Archivbild) © IMAGO/Konstantin Sednev

In Europa befinden sich mehrere sowjetische Denkmäler. Estland möchte nun Bauten zu Ehren der Roten Armee entfernen. Russland gibt sich empört.

Tallinn - Inmitten des eskalierten Ukraine-Krieges sollen auf Beschluss der estnischen Regierung sämtliche sowjetische Denkmäler in dem baltischen EU- und Nato-Land demontiert oder verlegt werden. „Die Hauptsache ist entschieden - sowjetische Denkmäler müssen aus dem öffentlichen Raum entfernt werden, und das werden wir so schnell wie möglich tun“, sagte Ministerpräsidentin Kaja Kallas am Donnerstag (11. August) in Tallinn. Zeitpunkt und Reihenfolge hingen demnach von der Bereitschaft und den logistischen Planungen der Städte und Gemeinde ab. 

Ukraine-Krieg: Diskussion um Denkmal sei „Krieg gegen die Geschichte“

Nach Angaben der Ministerpräsidentin gibt es in Estland etwa 200 bis 400 sowjetische Denkmäler. In den Mittelpunkt der öffentlichen Debatte rückte zuletzt vor allem ein umstrittenes Panzer-Monument nahe der estnisch-russischen Grenzstadt Narva im Osten des baltischen Landes. Dort versammelten sich am Mittwochabend mehrere Dutzend Menschen, nachdem es Gerüchte gegeben hatte, dass das auf einem hohen Sockel stehenden Kriegsrelikt entfernt werden würde. 

Wie die amerikanische Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete, hieß es vom Kreml als Reaktion auf die Diskussion um das Denkmal: „Der Krieg gegen die Geschichte, insbesondere eines Lands mit gemeinsamer Geschichte und die Beseitigung von Denkmäler zu Ehren derer, die Europa vor dem Faschismus gerettet haben, ist natürlich unerhört.“

Narva-Denkmal: „Ein Panzer ist eine Mordwaffe, er ist kein Erinnerungsobjekt“

„Ein Panzer ist eine Mordwaffe, er ist kein Erinnerungsobjekt. Und mit denselben Panzern werden gegenwärtig auf den Straßen der Ukraine Menschen getötet“, sagte Kallas im Gegenzug. Auch gebe es unter dem Denkmal keine Kriegsgräber. Die Verwaltung der rund 60 000 Einwohner zählenden Stadt, deren Bevölkerung zu mehr als 90 Prozent aus ethnischen Russen besteht, hatte sich zuvor gegen eine Verlegung des Sowjetpanzers ausgesprochen. Sie will nach der Ankündigung der Ministerpräsidentin nun das Gespräch mit der Regierung in Tallinn suchen.  

Estland war im Zweiten Weltkrieg abwechselnd von der Sowjetunion und Deutschland besetzt. Nach Kriegsende blieb der Baltenstaat bis 1991 unfreiwillig Teil der Sowjetunion. Bis heute besteht die Bevölkerung zu rund einem Viertel aus ethnischen Russen, die häufig auch familiäre Bindungen nach Russland haben. Unter ihnen gibt es Umfragen zufolge teils Unterstützung für den Kurs des russischen Präsidenten Wladimir Putin und dessen Angriffskrieg gegen die Ukraine. (lp/dpa)

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