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Experte besorgt über belarussische Militärübungen: Zwingt Putin Lukaschenko zum Ukraine-Eingriff?

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Von: Linus Prien

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Belarus hat Russland im Ukraine-Krieg bisher unterstützt, aber keine eigenen Truppen entsandt. Anstehende Manöver könnten jedoch der erste Schritt sein, befürchtet ein Experte.

Minsk - Im Ukraine-Konflikt liefern sich russische und ukrainische Truppen schwere Gefechte, besonders im Osten des Landes. Diese Karte zeigt, wo der Ukraine-Krieg wütet. Während sich der Westen gegen den Angriffskrieg des russischen Machthabers Wladimir Putin stellt, unterstützt das Nachbarland Belarus unter Alexander Lukaschenko die russische Invasion. Nichtsdestotrotz schloss Lukaschenko eine Intervention seines Militärs mehrere Male aus.

Die belarussische Armee soll aber diesen und kommenden Monat militärische Übungen in der Gomel-Region im Süden des Landes abhalten. Die Übungen wurden schon im Mai angekündigt. Dabei sollen die Manöver in unmittelbarer Nähe zur Grenze der Ukraine abgehalten werden. Ein US-Experte befürchtet nun Schlimmes.

Ukraine-News: Belarussische Übungen erzeugen „ernstzunehmende Bedenken“

Belarus hat im bisherigen Verlauf des eskalierten Ukraine-Konflikts Russland unterstützt, indem russische Soldaten in Belarus stationiert werden und sich aus dem Territorium heraus mobilisieren konnten. Eine Truppenentsendung gab es bisher nicht, doch laut dem ehemaligen Berater des US-Militärs und dem Militärexperten Mark Voyger vom transatlantischen Verteidigungs- und Sicherheitsprogramm am Center for European Analysis könnte sich das bald ändern.

Er bewertete die Lage gegenüber dem US-Magazin Newsweek folgendermaßen: „Diese Übungen werden ernstzunehmende Bedenken erzeugen. Leider haben Russland und seine Verbündeten wiederholt militärische Übungen verwendet, um ihre Aggressionen zu maskieren.“ So auch vor dem Ukraine-Krieg vom 24. Februar dieses Jahres und bei der Annexion der Krim 2014. Zum damaligen Zeitpunkt wurde gegenüber westlichen Staaten und Institutionen behauptet, die militärischen Übungen stünden im Zusammenhang mit den Winterspielen in Sotschi. Später überfielen aber genau diese Truppen die Ukraine.

Ukraine-News: Putin soll Lukaschenko zur „aggressiveren Haltung“ drängen

Mark Voyger führte seine Analyse gegenüber Newsweek weiter aus: „Die Sorge besteht darin, dass Putin versucht hat, mehr Druck auf Lukaschenko auszuüben, und ihn dazu zu zwingen, eine aggressivere Haltung einzunehmen und mehr Aggressionen, samt belarussischen Truppen, aus Belarus zu starten.“

„Bis jetzt haben wir russische Truppen in Belarus gesehen, die im Februar die Ukraine aus dem Norden angriffen. In diesem Fall leidet Russland jedoch unter Truppenmangel, weswegen jegliche Truppen zur russischen Schlagfertigkeit beitragen würden, insbesondere, wenn sie erneut vom Norden angreifen könnten. Möglicherweise auch mit belarussischen Truppen“, fuhr der Experte fort.

Diese Truppen könnten sich als frisches Blut für die russische Invasion erweisen. Immerhin kämpft Putin mit Problemen bei seinen eigenen Soldaten. Mangelnde Truppen könnten auch der Grund dafür sein, dass die Altersgrenze für neue Rekruten in Russland gesenkt wurde und große Summen für Soldaten im Einsatz versprochen werden. (lp)

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