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Finnischer Präsident erteilt Putin Eishockey-Absage – Kreml-Sprecher reagiert

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Von: Felix Durach

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Der Kreml reagiert auf kuriose Weise auf einen Affront des finnischen Präsidenten gegen Wladimir Putin. Das Staatsoberhaupt habe genügend Eishockeyspieler in seinem Team.

Moskau – Russlands Aggressionen im Ukraine-Krieg haben auch erhebliche Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen Moskau und dem Nachbarland Finnland. Das von Finnland angestrebte Aufnahmeverfahren in die Nato könnte eine Zeitenwende darstellen. Nicht zuletzt wegen der etwa 1300 Kilometer langen Grenze zwischen den beiden Ländern lehnte Finnland eine Mitgliedschaft in der Militärallianz lange Zeit ab. Nach der russischen Invasion in der Ukraine wuchsen die Sicherheitsbedenken in Helsinki jedoch an.

Kreml kontert Finnlands Präsidenten – „Putin mangelt es nicht an Mitgliedern in seinem Team“

Doch auch auf der persönlichen Ebene scheinen sich die Beziehungen zwischen den beiden Staaten abzukühlen. Finnlands Staatschef Sauli Niinistö wurde vor kurzem in einem Interview auf ein Eishockey-Freundschaftsspiel aus dem Jahr 2012 angesprochen, an dem der 73-Jährige gemeinsam mit Russlands Präsident Wladimir Putin teilgenommen hatte. Die Frage, ob er sich nach den jüngsten Entwicklungen in Russland noch einmal mit Putin aufs Eis stellen würde, verneinte Niinistö anschließend.

Finnlands Präsident Sauli Niinisto (l) unterhält sich mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin während eines Eishockey-Freundschaftsspiels.
Finnlands Präsident Sauli Niinisto (l) gemeinsam mit Wladimir Putin während eines Eishockey-Freundschaftsspiels im Jahr 2012. © Alexei Nikolsky/dpa

Ein Affront, den der Kreml offenbar nicht unkommentiert lassen konnte. Am Freitag bezog sich Kremlsprecher Dmitri Peskow direkt auf den finnischen Staatschef. „Jetzt sagt er, dass er nicht mehr spielen wird“, sagte der Kreml-Sprecher der Nachrichtenagentur Interfax zufolge und legte nach: „Nun, Putin mangelt es nicht an Mitgliedern in seinem Team.“

Ukraine-Krieg: Eishockey-Fan Putin wird nach G7-Lästereien persönlich

Putin ist für seine Wintersport-Leidenschaft bekannt. Für viel Aufsehen sorgten kürzlich seine Worte, die er zum Abschluss eines Telefonats im Februar an Frankreichs Präsident Emmanuel Macron richtete: „Um dir nichts zu verheimlichen, ich wollte jetzt Eishockey spielen gehen und ich spreche aus der Sporthalle zu dir, bevor es mit dem Training losgeht“, sagte der Kremlchef damals. Das belegte kürzlich eine vom Élyséepalast zur Verfügung gestellte und in einer Fernsehdokumentation gezeigte Aufnahmen. Vier Tage nach dem Telefonat marschierten die russischen Truppen in die Ukraine ein.

Die Aussagen von Peskow ist jedoch nicht die erste durchaus kuriose Reaktion auf einen Affront gegen den russischen Präsidenten. Während des G7-Gipfels in Elmau scherzten der britische Premierminister Boris Johnson und sein kanadischer Amtskollege Justin Trudeau über die Bilder, die Putin oberkörperfrei beim Reiten zeigen. Putin erwiderte kurz darauf, dass die G7-Teilnehmer oberkörperfrei ein „widerlicher Anblick“ gewesen wären. (fd mit dpa)

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